Wien. (mei) Comparex Austria, ehemals PC Ware Austria, zählt als Teil der Comparex-Gruppe zu Raiffeisen Informatik. Im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" erklärt Geschäftsführer Peter Kampf, wie man sich von der Mutter abgrenzt, welche Vorteile ein finanzstarker Eigentümer bietet - und warum Software dem Hardwaremarkt immer stärker den Rang abläuft.

"Wiener Zeitung": Comparex ist im Eigentum der Raiffeisen Informatik – Welche Märkte bedient Comparex, was macht Raiffeisen Informatik?
Peter Kampf: Die Separation der Geschäfte zwischen Comparex und Raiffeisen Informatik ist in Österreich schon eine Herausforderung. Comparex ist ein Systemintegrationsdienstleister, fokussiert auf das Thema Software, Softwareintegration, Softwarebedarf, Compliance und Auditierbarkeit sowie Systemservices. Wir betreuen etwa 300 der 500 Top-Unternehmen in IT-Fragen, darunter auch Banken und Versicherungen. Da ist das Gebot einer getrennten operativen Führung natürlich ganz wesentlich, daher gibt es eine klare geschäftliche Trennung. Ein Kunde, der heute bei Comparex kauft, hat aber das Backing der Raiffeisen, wir haben den Vorteil, einen Eigentümer zu haben, der von IT was versteht und uns in der Finanzkrise eine große Chance bietet. Was für viele eine Bedrohung ist, ist für ein Wachstumsszenario.

Die Chance, in der Krise erfolgreich zu sein, besteht darin, eine gute Eigentümerstruktur zu haben. Die potente Finanzorganisation Raiffeisen, die am österreichischen Markt als risikolos betrachtet wird, macht es uns in Zeiten der Finanzkrise viel leichter, mit dem Thema Kreditwürdigkeit umzugehen.

Ist Comparex im Gegensatz zu Raiffeisen stärker international orientiert?
Die Comparex Holding ist eine internationale Gesellschaft, es gibt eine Holding, die zentrale Prozesse zur Verfügung stellt und die vielfach mit österreichischem Personal besetzt ist. Die Durchführung der Prozesse wird in Leipzig erledigt, dem Gründerort der ehemaligen PC Ware. Das internationale Bild der Comparex ist wichtig, weil viele Themen im Bereich der Software übernational angegangen werden müssen. Wir können österreichische Unternehmen in die Länder begleiten, in denen sie aktiv sind, etwa bei österreichischen Banken, die nach Osten streben. Wir versuchen, Kunden in die Länder zu folgen und IT-Leistungen, speziell Softwareberatung und Umsetzungsleistungen, systematisch auch in jenen Regionen zur Verfügung zu stellen, wo der Kunde aktiv ist.