Wien. (ede) Selbständige berappen in Österreich bei jedem Arztbesuch einen Selbstbehalt von 20 Prozent, wer am Vorsorgeprogramm der gewerblichen Sozialversicherung (SVA) teilnimmt und bestimmte Gesundheitsziele erreicht, wird mit einer Reduktion des Satzes auf 10 Prozent belohnt. Ab dem neuen Jahr soll niemand mehr als 5 Prozent seines Einkommens für den Selbstbehalt bezahlen, gab Wirtschaftskammer-Präsident und SVA-Obmann Christoph Leitl am Donnerstag vor Journalisten bekannt.

Ruperta Lichtenecker, Wirtschaftssprecherin der Grünen, sieht in der Deckelung des Selbstbehalts nur eine "unbefriedigende Lösung" für Ein-Personen-Unternehmen (EPU) und Kleinstbetriebe. "Der Selbstbehalt in der SVA muss weg", forderte sie. Weiters auf der Wunschliste: ein Krankengeld ab dem 4. Tag für diese Gruppe der Selbständigen, die Absenkung der Mindestbeitragsgrundlage sowie eine leistbare Arbeitslosenversicherung.

Unternehmer mit weniger als 25 Mitarbeitern erhalten künftig ab der sechsten Woche der Arbeitsunfähigkeit ein Krankengeld in der Höhe von 27,73 Euro täglich. Das Wochengeld für selbständige Mütter (acht Wochen vor und nach der Entbindung) wird von 27 auf 50 Euro pro Tag angehoben. Bereits beschlossen ist auch eine Verbesserung bei der freiwilligen Zusatzversicherung, um ab dem 4. Tag der Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit Geld zu bekommen. Für weitere Verbesserungen - etwa der zinsfreie Aufschub von Beitragsnachzahlungen - fehlen laut Leitl noch die Gesetzesbeschlüsse.