Wien. Niederlage für die Alizee-Bank: Nach dem Entzug der Banklizenz durch die Finanzmarktaufsicht (FMA) sind die Eigentümer beim Höchstgericht zunächst abgeblitzt. Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat ihrem Antrag auf aufschiebende Wirkung nicht Folge gegeben, berichtet die APA unter Berufung auf dessen Sprecher Christian Neuwirth. Der Bescheid der FMA bleibt somit bis zur endgültigen Entscheidung des VfGH über die Beschwerde der Alizee-Eigentümer in Kraft. Im Regelfall dauert es neun Monate, bis der Verfassungsgerichtshof ein Urteil fällt. Bei der Alizee war am Freitag niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Die Finanzaufseher hatten der Alizee-Bank (vormals M&A Bank) am 21. November mit sofortiger Wirkung die Bankkonzession entzogen, weil - so die Begründung - ein nachhaltiges Geschäftsmodell fehle und einzelne Eigentümer nicht die nötigen Qualifikationen für das Führen einer Bank hätten. Vor einem Jahr hatte die FMA der hohe Verluste produzierenden Alizee-Bank bereits eine Regierungskommissärin als staatliche Aufpasserin geschickt.

Nach einem Eigentümerwechsel im heurigen Jahr sind bei der Alizee mehrere prominente Aktionäre an Bord. Dazu zählen unter anderen der ehemalige OMV-Chef Richard Schenz, der infolge des Lizenzentzugs als Kapitalmarktbeauftragter des Finanzministeriums zurückgetreten ist, Ex-Innenminister Franz Löschnak und Ex-Finanzminister Andreas Staribacher sowie Novomatic-Gründer Johann Graf. Als größter Aktionär gilt der russischstämmige Transportunternehmer Andrej Kotchetkov. An der Alizee beteiligt sind auch der Investor Thomas Hönigsberger (Ex-Schwiegersohn von Billa-Gründer Karl Wlaschek), Magna-Sicherheitschef Franz Schnabl und SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim.