Im Schadensfall kann die Versicherung die Zahlung verweigern, wenn bei einer längeren Abwesenheit keine Vorkehrungen getroffen worden sind. - © fotolia
Im Schadensfall kann die Versicherung die Zahlung verweigern, wenn bei einer längeren Abwesenheit keine Vorkehrungen getroffen worden sind. - © fotolia

Wien. Bei Minusgraden können Wasserleitungen einfrieren oder andere Kälteschäden entstehen. Gefrierendes Wasser dehnt sich aus und kann Leitungen zum Platzen bringen. Wenn aus dem geplatzten Rohr Wasser in die Wohnung fließt und der Schaden tagelang unbemerkt bleibt, können die Folgen katastrophal sein.

Wenn die Wohnung oder das Gebäude länger als drei Tage verlassen wird, müssen Mieter oder Besitzer Vorkehrungen gegen Kälte- und Wasserschäden treffen. Ansonsten kann die Versicherung die Zahlung verweigern. Diese "72-Stunden-Regel" ist meist in den Vertragsbedingungen der Haushalts- oder Eigenheimversicherung enthalten.

Eine Haushalts- oder Eigenheimversicherung schützt unter anderem vor den finanziellen Folgen von Schäden durch austretendes Leitungswasser. Die Versicherung zahlt zum Beispiel bei Wasserrohrbruch oder wenn Wasser aus dem Geschirrspüler oder der Waschmaschine ausfließt.

Wofür die Versicherung nicht aufkommt


Nicht versichert sind in der Regel Rohrbrüche durch Korrosion, Verschleiß oder Abnützung sowie Schäden durch austretendes Wasser aus Schwimmbecken, Aquarien, Schäden durch Rückstau und Schmelzwasser, Grundwasser und Hochwasser. Einzelne Bereiche können gegen eine Mehrprämie mit eingeschlossen werden.

Damit die Versicherung zahlt, ist es wichtig, dass alle Wasserleitungen und damit verbundenen Einrichtungen ordnungsgemäß instand gehalten werden. Schäden durch überlaufendes Wasser oder Wasserdampf sowie durch Frostschäden werden nur übernommen, sofern das Haus oder die Wohnung regelmäßig besucht wird. Wenn länger als drei Tage niemand zu Hause ist und das Haus oder die Wohnung leer stehen, gilt besondere Vorsicht.

Wichtig ist es vor allem, den Hauptwasserhahn bei längerer Abwesenheit abzudrehen. Die Wasserleitungen sollten entleert und abgesperrt und außerdem mit Frostschutzmittel befüllt werden, heißt es von der Versicherungs-Vergleichsplattform Versichern24.at. Da sich in Siphonen meist Restwasser befindet, sollten auch diese mit Frostschutzmittel gefüllt werden. Sprinkleranlagen zur Feuerprävention oder Wasseranschlüsse für die Feuerwehr müssen zwar nicht abgesperrt, aber gegen Frost geschützt werden. Eine Wärmedämmung alleine ist kein ausreichender Schutz.

Versichern24.at-Geschäftsführer Ivo Radulovski rät: "Konsumenten sollten bei der Wahl ihrer Versicherung darauf achten, dass sie die individuellen Risiken abdeckt. Die Versicherungssumme sollte hoch genug sein, um im Schadensfall den Wert der Einrichtung ausreichend zu begleichen."