Wien. (sf) Mehr Anreize für selbständige Mütter, um Unternehmertum und Familie unter einen Hut zu bringen, wünschen sich die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) und die Organisation "Frau in der Wirtschaft" in der Wirtschaftskammer. "Selbständige sollen auch arbeiten dürfen, wenn sie Kinderbetreuungsgeld beziehen", sagte Peter McDonald, Obmann-Stellvertreter der SVA.

Für unselbständige Frauen sei eine Teilzeitbeschäftigung etwas völlig Normales. "Wir brauchen die Möglichkeit zur Teilzeitselbständigkeit für Frauen, die Unternehmerschaft und Kinder vereinbaren wollen und müssen", sagt McDonald. Selbständige sollten während des Bezuges von Kinderbetreuungsgeld bis zu 4500 Euro bei einem Umsatz 30.000 Euro dazuverdienen dürfen, lautet die Forderung an die Politik.

Mehr Wochengeld seit 2013

"Bei selbständigen Frauen werden pro Jahr durchschnittlich 2500 Geburten verzeichnet", sagte Adelheid Fürntrath-Moretti, Bundesvorsitzende von "Frau in der Wirtschaft". Einige Schritte zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie seien bereits gelungen: Das Wochengeld für Unternehmerinnen wurde mit 2013 auf 50 Euro nahezu verdoppelt und damit die Gleichstellung mit Arbeitnehmerinnen erreicht.

Zudem wurde die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten umgesetzt: Bis maximal 2300 Euro pro Jahr können bis zum vollendeten 10. Lebensjahr des Kindes abgesetzt werden. Fürntrath-Moretti forderte eine Ausweitung bis zum vollendeten 14. Lebensjahr. Außerdem sollen Selbständige, die Wochengeld beziehen, keine SVA-Beiträge zahlen müssen.