"Es ist sichergestellt, dass bei der Benutzung der Karte nur Datenelemente gelesen werden können, die für eine Transaktion unbedingt erforderlich sind. Keinesfalls befindet sich der PIN-Code auf der Karte, weder verschlüsselt noch unverschlüsselt", so die Hersteller. - © APAweb/BARBARA GINDL
"Es ist sichergestellt, dass bei der Benutzung der Karte nur Datenelemente gelesen werden können, die für eine Transaktion unbedingt erforderlich sind. Keinesfalls befindet sich der PIN-Code auf der Karte, weder verschlüsselt noch unverschlüsselt", so die Hersteller. - © APAweb/BARBARA GINDL

Wien. Die Entwicklung des Bankomatkartenmarktes zeigt, die Österreicher zahlen immer öfter bargeldlos. Nun wird es ab März mit neuen Karten möglich, Beträge bis 25 Euro "kontaktlos" mit der Bankomatkarte zu zahlen - es wird keine PIN-Eingabe mehr notwendig sein. "Es muss lediglich die Bankomatkarte nahe an das Lesemodul einer entsprechend ausgerüsteten Bankomatkassa gehalten werden. Der Bezahlvorgang wird damit verkürzt und vereinfacht", sagte der Geschäftsführer von Payment Servicees Austria (PSA), Rainer Schamberger, am Mittwoch in einer Aussendung. Höhere Kosten für den Kunden bei der Kartenausgabe durch die Banken schloss er auf Anfrage nicht aus.

"Die neue Karte ist - wegen der 'Antenne' drin - grundsätzlich teurer in der Herstellung. Wir stellen diese den Banken zur Verfügung, ob der Preis dort gleich bleibt, oder Mehrkosten hineingerechnet werden, kann ich nicht beantworten", so Schamberger. Das sei Sache der Institute. Um wie viel die "Antennen"-Karten der PSA selbst im Vergleich zu herkömmlichen Bankomatkarten teurer kommen, wollte er nicht beantworten. Wie bei den bekannten Karten werden ausschließlich die von großen Kartenunternehmen wie MasterCard und VISA für mehrere Jahre zertifizierten und für den Einsatz freigegebenen Chipplattformen verwendet, hieß es.

NFC als dahinterliegende Technologie
Ein entsprechendes Pilotprojekt wurde bereits durchgeführt: Die Rückmeldungen der insgesamt 500 Pilotierungsteilnehmer hätten die einwandfreie Kontaktlosfunktion der Karten und den einfachen Zahlvorgang des kontaktlosen Bezahlens bestätigt. Geht die Karte verloren oder wird sie gestohlen, wird es künftig also noch wichtiger die Karte umgehend sperren zu lassen. Schließlich können dann Beträge bis 25 Euro prinzipiell von jedermann ohne PIN bezahlt werden.

Die PIN-freie Bezahlweise basiert auf der sogenannten "near field communication"-Technologie ("NFC"). Dafür sei keine "Umgewöhnung" beim Kunden notwendig. Die neue Bezahlform für kleine Beträge werde vor allem für jene attraktiv, die es bisher als umständlich empfanden, für kleine Beträge die Karte ins Lesegerät zu stecken, den PIN einzutippen und dann eher bar bezahlten, so PSA.

Das Thema Sicherheit stehe auch bei den NFC-fähigen Karten ganz oben: "Es ist sichergestellt, dass bei der Benutzung der Karte nur Datenelemente gelesen werden können, die für eine Transaktion unbedingt erforderlich sind. Keinesfalls befindet sich der PIN-Code auf der Karte, weder verschlüsselt noch unverschlüsselt. Das macht ein direktes Auslesen des PIN-Codes aus der Karte unmöglich", versprach David Ostah von der PSA. Schamberger erklärte: "Die Karte muss auf zwei Zentimeter zum Terminal gehalten werden, dass man aus Versehen für jemanden im Vorbeigehen bezahlt, ist ausgeschlossen."

Die PSA ist Tochter heimischer Banken und für die Abwicklung des Bankomaten- und Bankomatkartengeschäfts zuständig. Laut ihren Angaben ist die Anzahl der Bankomaten in Österreich im vergangenen Jahr laut PSA um ein Prozent auf 7.765 Stück gestiegen. Die Zahl der ausgegebenen Bankomatkarten erhöhte sich im selben Zeitraum um 3,1 Prozent auf 8,6 Mio. Karten. Damit besitzt jeder Österreicher über 15 Jahre statistisch gesehen 1,2 Karten. Das Volumen der 508 Mio. Transaktionen 2012 (plus 6,8 Prozent zu 2011) kletterte im Vorjahr um 6,1 Prozent auf 36,2 Mrd. Euro. Transaktionen wurden 2012 rund 508 Mio. durchgeführt, was einem Plus von 6,8 Prozent gegenüber 2011 entsprach.