Wien. Wie viele Mitarbeiter im Zuge der Übernahme des Mobilfunkanbieters Orange durch "3" letztendlich übrigbleiben werden, ist noch offen. Einen Sozialplan gebe es bereits, informierte Sabine Hogl, Vorstand für Finanz & Personal bei "3", am Freitag. Zuvor hatte die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) von einem massiven Personalabbau gesprochen und einen Sozialplan gefordert. Bis Jahresende 2014 sollen nach Angaben der GPA mehr als 400 Arbeitsplätze eingespart werden.

"Wir haben seit Ende des Jahres 2012 einen Sozialplan", sagt Hogl. Die sozialen und wirtschaftlichen Nachteile, die für einzelne Mitarbeiter aufgrund von Kündigungen im Zusammenhang mit dem Umstrukturierungsprozess entstehen können, sollen damit so gut wie möglich ausgeglichen oder abgefedert werden. Die Höhe der Leistungen orientiere sich dabei an der Branche und sei jedenfalls "marktkonform".

Der Sozialplan sei zwar zunächst nur vom Betriebsrat von "3" unterfertigt worden, er werde aber "3"- und Orange-Mitarbeitern gleichermaßen angeboten. Hogl: "Nachdem die Gespräche mit dem Betriebsrat von Orange sehr positiv verlaufen sind, sind wir über die Reaktion der Gewerkschaft sehr überrascht."

"3" übersiedelt

Nach der Übernahme von "Orange" durch "3" wachsen die beiden Mobilfunkanbieter nun auch räumlich zusammen. Dieses Wochenende übersiedeln die 600 "3"-Beschäftigten zu den 800 Orange-Kollegen in die Brünner Straße 52 in Wien Floridsdorf. Der "3"-Standort im Wiener Gasometer wird aufgegeben. Das Haus in Floridsdorf war ursprünglich für 1600 Beschäftigte ausgelegt.

Anfang Jänner 2013 hatte die Nummer vier am Markt, "3", die Nummer drei, Orange Österreich, übernommen. "3" ist eine Tochter des chinesischen Konzerns Hutchison, Orange ist die Mobilfunkmarke der France Telecom. Gleichzeitig gab Orange seine Diskonttochter Yesss! an den Marktführer A1 ab. Aus Wettbewerbsgründen muss "3" Frequenzen zur Verfügung stellen und sein Netz für "virtuelle" Anbieter öffnen - also Mobilfunkanbieter ohne eigenes Netz. Gemeldet hat sich bisher UPC. Nach Eigenangaben hat "3" durch den Kauf von Orange 22 Prozent Marktanteil. A1 komme auf 46 Prozent, T-Mobile auf 31 Prozent.