Auch so ein Klischee: Die sexy Hausfrau . - © fotolia
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Wien. (sf) Der Slogan "Holz vor der Hütte" und Fensterhersteller, die mit halbnackten Frauen werben - sexistische Sujets wie diese wurden im Vorjahr am häufigsten beim Werberat beanstandet. 13 Mal stoppte die Selbstkontrollstelle der Werbewirtschaft Kampagnen, drei mehr als im Jahr zuvor.

Nach geschlechterdiskriminierender Werbung waren Verstöße gegen Ethik und Moral, Rassismus und Gewalt die häufigsten Anlässe für Beschwerden. Insgesamt stieg die Zahl der Beschwerden von 278 auf 347. "Die Österreicher werden sensibler, was sexistische und ethisch bedenkliche Werbung angeht", sagte Werberat-Präsident Michael Straberger. "Einige Beschwerdeführer verwechseln Sexualität mit Sexismus", sagte Werberätin Gabriele Stanek. So sei Unterwäschewerbung mit Models erlaubt, problematisch sei es, wenn ein nackter Körper als Blickfang diene.

Die Wiener Watchgroup für sexistische Werbung hat im Vorjahr 47 sexistische Werbungen beanstandet, wie es am Mittwoch hieß. Rollenklischees und leicht bekleidete Frauen ohne Bezug zum Produkt waren die häufigsten Gründe für Beschwerden.

Mehr Beschwerden zu Werbung im Internet

Fernseh- und Plakatwerbung wurden am öftesten beanstandet, dahinter folgen Printanzeigen. Stark angestiegen sind die Beschwerden über Werbung auf Websites.

Der Werberat hat indes seinen Zuständigkeitsbereich ausgeweitet: Künftig werden auch Bürgerinformation durch öffentliche Stellen des Bundes und der Länder (etwa von Ministerien) bewertet. Weiterhin nicht zuständig ist die Stelle für parteipolitische und wahlpolitische Werbung (etwa bei Landtags- und Nationalratswahlen). Außerdem bewerten die mehr als 160 Werberäte künftig alle beanstandeten Werbemaßnahmen in allen Mediengattungen, die in Österreich veröffentlicht werden. Bisher war der Zuständigkeitsbereich auf österreichische Auftraggeber beschränkt.

Das Pro-Ethik-Siegel des Werberates wurde vier Monate nach der Einführung 40 Mal vergeben. Das Siegel ist ein Nachweis, dass sich Auftraggeber und Agenturen an den Selbstbeschränkungskodex des Werberates halten.