Salzburg. (sf/apa) Nach einem überdurchschnittlichen Preisanstieg bei Nahrungsmitteln im Vorjahr erwartet Spar-Chef Gerhard Drexel für heuer eine "moderate Entwicklung". Für die Konsumenten werde es wahrscheinlich "keine überproportionale Erhöhungswelle" geben.

Sehr zufrieden ist Drexel mit dem Umsatzanstieg von Spar: Das Salzburger Unternehmen steigerte den Umsatz im österreichischen Lebensmittelhandel um 3,8 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Damit war der Zuwachs deutlich größer als im Branchendurchschnitt.

Insgesamt stieg der Spar-Umsatz mit Lebensmittelhandel, Hervis und SES Spar European Shopping Centers im In- und Ausland um 3,5 Prozent auf 12,6 Milliarden Euro. Dabei verzeichnete Hervis ein Minus: In Österreich erreichte der Sportartikelhändler ein Plus, in Ungarn, Slowenien und Kroatien sei die Marktlage aber "weiterhin sehr schwierig". Die Mitarbeiterzahl in der Gruppe stieg auf 75.000 Mitarbeiter.

Mit seinen Eigenmarken wie "Natur pur", "S-Budget" und "Spar Premium" erwirtschaftete der Lebensmittelhändler bereits 37 Prozent seines Umsatzes, um zwei Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor.

Im Vorjahr wurden die Zahl der Spar express-Shops an Shell- und Doppler-Tankstellen auf 67 mehr als verdoppelt. Für das laufende Jahr plant Spar die Eröffnung von 30 neuen Tankstellenshops. Im Lebensmittelhandel wird die Expansion ins italienische Gebiet Emilia Romagna (Bologna, Modena) vorangetrieben.

Nach BWB-Razzia erwartet Drexel "nichts Negatives"

Nach der Razzia der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) bei Spar wegen vermuteter Preisabsprachen weist Drexel den Vorwurf der Preisabsprachen zurück. "Ich gehe davon aus, dass nichts Negatives herauskommt", sagte Drexel. Die Einkäufer von Spar seien seit Jahren von einem Kartellanwalt "bestens geschult" und würden sich auch jedes Jahr zu diesem Thema weiterbilden. Man habe auch eine Broschüre zum Wettbewerbsrecht für Mitarbeiter erarbeitet, was erlaubt und verboten sei und wo es Graubereiche gebe.

Acht Tage filzten die Wettbewerbshüter Spar Anfang Februar - ebenso lange, wie die Hausdurchsuchung im Vorjahr beim Konkurrenten Rewe (Billa, Merkur, Penny, Adeg) dauerte. Indirekt lobte der Spar-Chef die Arbeitsweise der BWB. Die Hausdurchsuchungen in der Unternehmenszentrale in Salzburg seien "ohne negative Emotionen unaufgeregt abgewickelt" worden, ohne den Geschäftsbetrieb zu stören.