• vom 17.06.2013, 18:03 Uhr

Österreich

Update: 17.06.2013, 22:20 Uhr

Salzburg

Alpine Bau: Banken angeblich zu neuem Schuldenschnitt bereit




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  • Bedingung: Neue Kapitalspritze durch FCC und Beteiligung der Anleihegläubiger.

Der Alpine-Konzern kämpft erneut ums Überleben.

Der Alpine-Konzern kämpft erneut ums Überleben.© apa/Gindl Der Alpine-Konzern kämpft erneut ums Überleben.© apa/Gindl

Wien. (kle) Bei der schwer maroden Alpine Bau dürften die Gläubigerbanken nun doch bereit sein, nochmals auf einen Teil ihrer Forderungen zu verzichten. In welcher Höhe ein weiterer Schuldenschnitt erfolgen soll, war am Montag allerdings unklar. Aus Gläubigerkreisen war am Abend zu erfahren, dass bei einem neuerlichen Forderungsverzicht mit dabei sein sollen: "Eine Sanierung ohne Beteiligung der Bondholder ist kaum vorstellbar", hieß es.


Beim vergangenen 30-Prozent-Schuldenschnitt, der der Alpine mit ihren insgesamt 15.000 Mitarbeitern das Überleben vorerst sicherte, waren die Bondholder ausgenommen worden. In drei Bonds der Alpine stecken insgesamt 290 Millionen Euro. Die Kurse der Firmenanleihen sind tief im Keller, die Zinsen äußerst hoch; bei einer Pleite droht der Totalausfall.

Wie angekündigt gab es am Montag eine große Gesprächsrunde, an der Vertreter der Alpine, ihrer spanischen Mutter FCC und der Gläubigerbanken (darunter Erste Bank und Bank Austria) teilnahmen. Wann der danach "in Aussicht gestellte" Sanierungsplan tatsächlich fixiert werden soll, war vorerst nicht klar. Allerdings hatten Beobachter eine Einigung im Vorfeld auch nicht erwartet: "Das wird vorerst eher eine Informationsrunde sein", hatte es am Freitag geheißen.

In einer Aussendung zeigte sich das Alpine-Management "zuversichtlich, dass durch Beiträge von den Finanzierungspartnern und dem Eigentümer der Turnaround des Unternehmens möglich sein wird".

In Kreisen der Banken hieß es am Montag lediglich, man werte es als wichtiges Signal, dass sich die FCC als Alpine-Eigentümerin zuletzt bereit erklärt habe, bei ihrer Tochter in Österreich erneut frisches Kapital einzubringen. Damit hätten die Banken - es sind 50 an der Zahl - nun wesentlich mehr "Bewegungsspielraum".

In Medien wird kolportiert, dass die Spanier 150 Millionen Euro lockermachen wollen, um den Kapitalpolster der Alpine, der im ersten Quartal wegen eines unerwartet hohen Verlusts von 90 Millionen Euro zusammengeschmolzen ist, wieder aufzufüllen. Im Gegenzug, so heißt es, würden die Banken einen weiteren Teil der Schulden nachlassen. Vor gut drei Monaten hatten sie bereits auf 150 Millionen Euro verzichtet. Gibt es nun einen neuerlichen Schuldenschnitt, soll er jedenfalls deutlich geringer ausfallen. Aktuell steht der Alpine-Konzern bei den Banken mit rund 450 Millionen Euro in der Kreide. Um ein Liquiditätsloch zu stopfen, braucht die Alpine möglichst bald auch einen Überbrückungskredit von bis zu 200 Millionen Euro.




Schlagwörter

Salzburg, Alpine, Bau, Industrie

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Dokument erstellt am 2013-06-17 18:08:05
Letzte Änderung am 2013-06-17 22:20:03


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