Wien. (sf) Zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern ist im Wahlkampf ein Konflikt rund um Überstunden und flexiblere Arbeitszeiten entbrannt. Arbeiterkammer (AK) und Gewerkschaft präsentierten am Mittwoch eine Ifes-Studie, wonach der Zeitdruck in den Unternehmen steigt und zunehmend Flexibilität von den Beschäftigten gefordert wird.

Die 300 befragten Betriebsräte bewerten Flexibilität aus betriebswirtschaftlicher Sicht als positiv, mehr als zwei Drittel sehen aber negative Folgen für das Personal. Geht es um die wirtschaftliche Performance, gaben 77 Prozent der Betriebsräte ihrer Unternehmensführung gute Noten. Die Leistung des Managements in Bezug auf die Beschäftigten beurteilt nur die Hälfte positiv.

"Die Arbeitsbedingungen müssen verbessert werden", sieht AK-Präsident Rudolf Kaske Rückenwind für die Forderungen der Arbeitnehmervertreter. Dazu zählen der leichtere Zugang zur sechsten Urlaubswoche, auch wenn der Mitarbeiter nicht 25 Jahre im selben Betrieb beschäftigt ist, und eine Arbeitgeberabgabe von einem Euro für jede geleistete Überstunde. Das würde laut Kaske 300 Millionen Euro für Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz bringen - so viele Überstunden wurden im Vorjahr geleistet.

Industrie fordert

niedrigere Arbeitskosten

Die Forderung führe zu einer Verteuerung des Faktors Arbeit, gefährde heimische Klein- und Mittelbetriebe und schade dem Wirtschaftsstandort, kritisiert der Vorsitzende des parlamentarischen Wirtschaftsausschusses, ÖVP-Abgeordneter Konrad Steindl. ðie Industriellenvereinigung pocht erneut auf eine Senkung der Arbeitskosten. Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner verweist wiederum auf eine Market-Umfrage, wonach zwei Drittel der 1000 befragten Arbeitnehmer mit ihrem Überstundenausmaß zufrieden sind.