• vom 20.08.2013, 17:56 Uhr

Österreich

Update: 20.08.2013, 21:56 Uhr

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Keine Energiewende ohne mehr Kohle




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Von Herbert Hutar

  • Bricht Hochspannungsnetz unter Last des Ökostroms zusammen?
  • Netzbetreiber: Für Ökostrom neue Leitungen um 2,5 Milliarden Euro.

380-KV-Leitungsring: Lückenschluss ist teuer und wird von Anrainern bekämpft.

380-KV-Leitungsring: Lückenschluss ist teuer und wird von Anrainern bekämpft.

Wien. "Wir wollen nicht dazu gezwungen werden, Windkraftwerke abzudrehen, um einen Netzzusammenbruch zu vermeiden", sagte Gerhard Christiner, Vorstand des Stromnetzbetreibers Austrian Power Grid (APG), am Dienstag vor Journalisten und warnte vor weiteren Verzögerungen beim Ausbau der Hochspannungsnetze in Österreich.


Windkraftwerke und Photovoltaikanlagen liefern Strom ins Netz, ob er gebraucht wird oder nicht. Die Manager in den Steuerzentralen haben daher immer einen scharfen Blick auf die Wetterprognose, denn das Wetter bestimmt das Aufkommen. Was machen, wenn plötzlich ein Gewitter in der Nacht über die Windkraftanlagen innerhalb einer Stunde so viel Strom ins Netz pumpt, wie drei Donaukraftwerke erzeugen können? Dieser Strom sollte sinnvollerweise in den Pumpspeicherkraftwerken Wasser in die Stauseen hinaufpumpen und so gespeichert werden. Nur: Er kommt jetzt aus dem Burgenland, wo die Windräder stehen, nicht dorthin, und dafür werde die 380-kV-Leitung in Salzburg ebenso gebraucht wie die Verbindung nach Bayern, so die APG.

Heißestes Thema ist derzeit die 380-Kilovolt-Leitung von Kaprun über St. Johann im Pongau nach Norden bis in die Nähe der Landeshauptstadt Salzburg. Dort wäre dann der Anschluss nach Oberösterreich und weiter bis ins Burgenland einerseits und nach Bayern andererseits. Dazu käme eine bessere regionale Stromversorgung. Alte Leitungen würden demontiert, es wären dann um 65 Kilometer weniger Freileitung im Land als jetzt. 13.000 Seiten an Unterlagen sind zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) bei der Salzburger Landesregierung eingereicht. Dort sitzt jetzt die Grüne Astrid Rössler, die sich vor der Wahl als entschiedene Gegnerin des Projektes zu profilieren suchte. "Eine neue Herausforderung", befindet APG-Vorstand Christiner, und sein Kollege Thomas Karall ergänzt: "Wir hoffen auf ein faires Verfahren."

Lange Verfahren
Dennoch rechnen beide mit einer Fortsetzung in der zweiten Instanz, beim neuen Bundesverwaltungsgericht. Nach drei Jahren Genehmigungsverfahren wäre die Bauzeit dann auch nicht länger, sodass die neue 380-kV-Leitung 2018 oder 2019 ans Netz gehen könnte.




Schlagwörter

Österreich, AGP, Umwelt, Strom, Energie

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Dokument erstellt am 2013-08-20 17:59:06
Letzte Änderung am 2013-08-20 21:56:03


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