Wien. Aus den Lautsprechern dröhnten DJ Ötzi und Hubert von Goisern: Im Austria Center Vienna fanden sich am Freitag 2500 Betriebsräte aus ganz Österreich ein, um zum Start der diesjährigen Metaller-Lohnverhandlungen der Gewerkschaft den Rücken zu stärken. "Wir wollen wieder gemeinsame Kollektivvertrags-Verhandlungen, das zeigen wir gleich zu Beginn", sagte ein Betriebsrat, der mit Kollegen vier Stunden im Bus von Kärnten angereist war.

Die Arbeitnehmer-Chefverhandler zeigten sich kämpferisch. "Wir legen die Marschroute für einen komplizierten Verhandlungsmarathon fest", so Rainer Wimmer von der Produktionsgewerkschaft Pro-Ge. "Wenn die Arbeitgeber im Vorjahr zwei Milliarden Euro an Eigentümer und Aktionäre ausgeschüttet haben, können sie auch einen ordentlichen Lohn- und Gehaltsabschluss finanzieren", sagte Karl Proyer von der Angestelltengewerkschaft GPA-djp. Die Arbeitnehmervertreter fordern eine Lohn- und Gehaltserhöhung deutlich über der durchschnittlichen Inflationsrate von 2,4 Prozent.

Forderungen per E-Mail

Da wie im Vorjahr jeder der sechs Arbeitgeber-Fachverbände einzeln mit den Gewerkschaftern verhandelt, wurden 27 Termine angesetzt. Zur Forderungsübergabe der Gewerkschaft am Freitagnachmittag in der Wirtschaftskammer kamen drei Verbände, nämlich Fahrzeugindustrie, Gießereien und Gas- und Wärmeerzeugung. Zusammen beschäftigen sie knapp 40.000 Mitarbeiter.

Die Forderungen an die Verbände Nichteisenmetalle, Bergbau-Stahl und Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI) mit 140.000 Beschäftigten wurden per E-Mail verschickt. Der FMMI startet am Dienstag mit Verhandlungen, die weiteren Fachverbände folgen erst ab Mitte Oktober.