Wien. Wie niedrig die Zinsen auch sind - die Österreicher und Östereicherinnen lassen sich vom Sparen de facto nicht abschrecken. Der monatliche Sparbetrag ist heuer gegenüber dem Vorjahr sogar von durchschnittlich 170 auf 181 Euro angestiegen. Das geht aus einer IMAS-Studie im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen hervor. Die Lust am Sparen ist in den vergangenen Jahren aber generell gesunken: Derzeit ist es nur noch 72 Prozent "wichtig, Geld beiseitezulegen". 2009 waren es noch etwa 80 Prozent.

Die Sparquote insgesamt sinkt seit Jahren, im zweiten Quartal lag sie bei 5,2 Prozent - die Einkommen wachsen hierzulande stärker als die Sparleistung. Nur noch 47 Prozent der Befragten sind derzeit mit ihrer Sparleistung zufrieden - vor drei Jahren waren es noch 57 Prozent.

Sicherheit und Verfügbarkeit am wichtigsten

Fast jedem zweiten Sparer (45 Prozent) ist die Verzinsung am Sparbuch "sehr wichtig". Für die überwiegende Mehrheit zählten Werte wie Sicherheit (70 Prozent) und schnelle Verfügbarkeit (60 Prozent) aber stärker. Die Beweggründe für das Sparen sind hauptsächlich finanzielle Absicherung und geplante größere Anschaffungen.

Nur etwa jeder Zweite kennt den Zinssatz auf seinem Sparbuch, rund ein Drittel hat diesbezüglich "gar keine Ahnung".

Sparbuch ist liebste Sparform

Das Sparbuch ist nach wie vor die beliebteste Sparform der Österreicher - 81 Prozent haben ihr Geld dort liegen. Der Anteil der Bausparer ist seit 2010 von 58 auf 66 Prozent gestiegen. Lebensversicherungen bewegen sich mit einem Anteil von 41 Prozent auf stabilem Niveau. Rund jeder Vierte zahlt in die staatlich geförderte Pensionsvorsorge ein. Auf Wertpapiere und Fonds setzt ebenfalls rund ein Viertel.

"Die Zinsen werden noch ein paar Jahre niedrig bleiben", kündigte die Erste Bank am Mittwoch in einer Aussendung an. Als Anleger müsse man besonders in globalen Niedrigzinsphasen aktiv an die Sache herangehen und sein Vermögen breit streuen, um die Inflation zu schlagen, meinte der Privat- und Firmenkundenvorstand der Erste Bank, Peter Bosek.