Wien. Die Lebensmittelkette Zielpunkt will aus derzeitiger Sicht bis zum Geschäftsjahr 2015/16 wieder schwarze Zahlen schreiben, wird aber bis zu diesem Zeitpunkt 39 Filialen schließen, geht aus den Geschäftsberichten für 2012 und die Monate Jänner und Februar 2013 hervor, die der APA vorliegen.

Derzeit hat Zielpunkt in Österreich 281 Filialen. Per Ende Februar 2013 weist das Unternehmen ein negatives Eigenkapital von rund 13 Millionen Euro aus, womit die Firma buchmäßig überschuldet ist. Per Ende Dezember 2012 war das Eigenkapital mit rund 31 Millionen Euro negativ. Auch wenn der Bestätigungsvermerk nicht eingeschränkt ist, weisen die Wirtschaftsprüfer darauf hin, "dass Annahmen, die in die Zukunft gerichtet sind, mit Unsicherheit behaftet sind". Das Unternehmen selbst räumt ein, dass Unsicherheiten bestehen, "ob die Prämissen künftig wie geplant zutreffen werden".

Auf Basis der tatsächlichen Ergebnisse der Monate Jänner bis März 2013 erstellte das Management im April eine Vorschau für das gesamte Geschäftsjahr 2013 und für die zwei folgenden Geschäftsjahre: Demnach wird für das Geschäftsjahr 2013/14 (März bis Februar) ein Umsatz von 455,7 Millionen Euro erwartet. Das Jahresergebnis soll bei -10,4 Millionen Euro liegen, beim Eigenkapital wird ein negativer Wert von 23,5 Millionen Euro erwartet.

Ab 2014/15 sollen sich Synergieeffekte in den Bereichen Logistik und Verwaltung mit der Pfeiffer-Gruppe positiv auf das Betriebsergebnis auswirken, heißt es im Geschäftsbericht. Im Jahr 2014/15 soll die Filialzahl auf 242 sinken, der Umsatz wird bei 448,9 Millionen Euro erwartet. Das Jahresergebnis soll nach derzeitiger Prognose im Jahr 2014/15 nur noch -4,5 Millionen Euro betragen. Erstmals soll dann das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) mit 1,9 Millionen Euro positiv sein. Das Eigenkapital wird aber auch dann noch mit 28 Millionen Euro negativ sein.

Gewinne auch unter dem Strich sind nach dieser Prognose für 2015/16 vorgesehen. Das Jahresergebnis wird zu diesem Zeitpunkt bei +1,8 Millionen Euro erwartet, das EBITDA bei +7,8 Millionen Euro. Beim Eigenkapital hingegen wird auch dann noch mit einem Minus von 26,2 Millionen Euro gerechnet.

Mitarbeiter werden übernommen

Nach derzeitigen Wissensstand sollen verteilt über die nächsten drei Geschäftsjahre über 700 Mitarbeiter von Schirnhofer übernommen werden, schreibt das Unternehmen im Geschäftsbericht. Die Kooperation mit dem Feinkosthersteller wird wie berichtet neu aufgestellt. Zielpunkt macht die Feinkost künftig selbst, Schirnhofer bleibt nur noch Lieferant.

"Auf Basis der vorliegenden Fortbestandsprognose und der erfolgten Zufuhr von liquiden Mitteln im Jänner und Februar 2013 verfügt die Gesellschaft über ausreichende Liquidität für die folgenden drei Geschäftsjahre", heißt es. Mehrheitseigentümer Bow Beteiligungs GmbH, hinter dem der Pfeiffer-Anwalt Gerald Schmidsberger steht, hat zur Sicherung allfälliger Liquiditätserfordernisse die Zusage für eine Patronatserklärung über 11 Millionen Euro bis Ende Juni 2014 abgegeben.