Wien. Nach dem KV-Abschluss in der Maschinen- und Metallwarenindustrie fordert die Gewerkschaft auch für die Handelsangestellten eine "ordentliche, reale Steigerung". Am Mittwoch verhandelten Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter zum zweiten Mal. Dabei gab es noch keine Einigung. Insgesamt sind heuer erstmals drei Termine angesetzt, in denen man zu einem Abschluss kommen will, der dritte Termin ist für 13. November angesetzt. In den vergangenen Jahren waren bis zu acht Termine notwendig.

Beim ersten Termin am 15. Oktober hatte man sich auf eine Inflationsrate von 2,3 Prozent als Verhandlungsbasis für die Gehälter der 530.000 Beschäftigten im Handel geeinigt. Anders als bei den Metallern wurde das Gesprächsklima als konstruktiv bezeichnet. Bei den Metallern standen die Zeichen auf Streik, der nur durch einen kurzfristig eingeschobenen Verhandlungstermin abgewendet wurde. Industrie und Gewerkschaft einigten sich auf eine durchschnittliche Lohn- und Gehaltserhöhung von 2,8 Prozent für die 120.000 Beschäftigten der Maschinen- und Metallwarenindustrie.

Streitpunkte wie sechste Urlaubswoche ausgelagert


Die Diskussion um flexible Arbeitszeiten wurde bei den Metallern ausgelagert. Ähnlich ist die Situation im Handel, wo Themen wie Zuschlagsregelung und das Gehaltsschema ab 2014 in Arbeitsgruppen behandelt werden. Die Gewerkschaft fordert unter anderem, dass Beschäftigte früher in den Genuss von sechs Wochen Urlaub pro Jahr kommen. Derzeit sind dafür 25 Jahre durchgehend im selben Unternehmen nötig, aus Vordienstzeiten sowie Schul- und Studienzeiten werden maximal 12 Jahre angerechnet.

Der Kollektivvertrag (KV) gehöre entrümpelt, sagte Günther Löschnigg, Chef des Instituts für Arbeits- und Sozialrecht an der Universität Graz und Mitautor des Kommentars für den Handels-KV 2013, bei einer Podiumsdiskussion am Dienstagabend: "Weil er auch Themenbereiche enthält, die bereits vom Gesetz ausreichend geregelt sind." Auch das Gehaltsschema ist derzeit kompliziert: Der KV sieht unterschiedliche Gehaltsgebiete je nach Bundesland und eigene Gehaltstafeln für unterschiedliche Branchen vor.