Wien. Lieferausfälle und ein maues Raffineriegeschäft machen dem österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV zu schaffen. Die Lieferausfälle aus krisengeschüttelten Ländern wie Libyen und Jemen könne man nicht mehr aufholen, teilte die OMV am Donnerstag mit. Die Produktion in Libyen sei unterbrochen, sagte Firmenchef Gerhard Roiss. Daher erwartet der Konzern für das laufende Jahr eine Produktion "etwas unter" jener von 2012. Zuvor war OMV von einem stabilen Niveau bei 303.000 Barrel pro Tag ausgegangen. Vor dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi bezog der Konzern ein Zehntel seines Öls aus Libyen, in dem die OMV gemeinsam mit anderen ausländischen Partnern an zwölf Ölfeldern beteiligt ist. Um die Abhängigkeit von Krisenländern wie Libyen oder Jemen zu verringern, hat sich die OMV für 2,65 Milliarden Dollar an mehreren Öl- und Gasfeldern in der Nordsee beteiligt. Verkäufer ist der norwegische Konkurrent Statoil.

Neben den Lieferproblemen belasteten das defizitäre Gasgeschäft und die sinkende Kraftstoff-Nachfrage die Zahlen im dritten Quartal. Der um Lagereffekte bereinigte Betriebsgewinn (CCS Ebit) sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf 619 Millionen Euro.