Linz. An der Spitze der Stadt Linz ist es am Donnerstag zu einem Wechsel gekommen. Langzeit-Bürgermeister Franz Dobusch hat das Amt an Nachfolger Klaus Luger übergeben. Und auch in den Büchern der Stadt wird nun ein nicht unwesentlicher Tausch vollzogen - ein Währungstausch.

Die Stadt Linz konvertiert ihre Schweizer-Franken-Anleihe über aktuell 158,56 Millionen Euro vorerst zur Hälfte in Euro. Die Franken-Anleihe liegt dem verlustreichen Swap bei der Bawag zugrunde, wurde aber bei einer anderen Bank abgeschlossen.

Die Stadt will damit auch bei der Darlehensstruktur "neue Wege einer soliden Finanzpolitik" gehen, wie Finanzreferent und Vizebürgermeister Christian Forsterleitner (SPÖ) sagt. Der Vorschlag, die Anleihe zu konvertieren, wurde im Vorjahr von der Linzer FPÖ gemacht. Am 21. November soll der Gemeinderat darüber befinden - eine Mehrheit, mit Stimmen der FPÖ, gilt als sicher.

Die 97,5 Millionen Franken sollen in zwei Tranchen in Euro-Schuldscheindarlehen konvertiert werden. Diese Möglichkeit sei im Vertrag mit der kreditgebenden Bank vorgesehen und bedürfe nicht mehr deren Zustimmung, hieß es aus Forsterleitners Büro. Mit der Konvertierung würden Risiken, die sich aus dem Wechselkurs von Fremdwährungsanleihen ergeben, reduziert. Schuldscheinanleihen sind Finanzinstrumente, bei denen der Schuldner einem Investor zu fixen Bedingungen einen Schuldschein ausstellt. Der Kreis möglicher Kreditgeber wird damit von Banken auf Unternehmen, Versicherungen, Pensionskassen und Sozialversicherungsträger erweitert.