Wien. (apa/kle) Nach 120 Verhandlungsstunden ist die Metaller-Lohnrunde nun zu Ende. Für alle sechs Fachverbände gab es einen einheitlichen Abschluss von im Durchschnitt 2,8 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Damit haben sich die Gewerkschafter durchgesetzt, die die Aufspaltung der Verhandlungen in die sechs Fachverbände durch die Industrie immer abgelehnt haben und bereits vor dem Feilschen einen einheitlichen Abschluss ankündigten. Die neuen Kollektivverträge gelten ab 1. November 2013 - für ein Jahr.

Als letzter Fachverband hat am Donnerstag die Gießereiindustrie abgeschlossen. Ist- und kollektivvertragliche Mindestlöhne bzw. -gehälter steigen wie bei den anderen Metallerverbänden um 2,5 bis 3,2 Prozent, im Durchschnitt um 2,8 Prozent. Die Lehrlingsentschädigung erhöht sich um 2,85 Prozent. Zum Vergleich: Laut EU-Herbstprognose liegt die Inflationsrate 2014 bei 2,2 Prozent, zuletzt lag sie bei 1,7 Prozent.

Debatte um Arbeitszeiten


Von der Einigung sind insgesamt 180.000 Beschäftigte der Metallindustrie betroffen. Begonnen haben die Verhandlungen mit dem größten Fachverband, dem der Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI). Der Einigung mit dem FMMI war eine Streikdrohung der Gewerkschaften vorausgegangen. Wie 2011, als ebenfalls ein Arbeitskampf vor der Tür gestanden war, konnte ein Streik aber durch Sondierungsgespräche doch noch abgewendet werden.

Seit Jahren spießt es sich neben den Lohnabschlüssen auch bei den Arbeitszeiten. Auch heuer wollte die Industrie über ein Zeitkonto längere Durchrechnungszeiten für die Überstundenabrechnung durchsetzen. Die Gewerkschaft hat dies erneut verhindert. Anders als in den Jahren zuvor wurde aber vereinbart, bis Mitte 2014 eine Lösung zu finden.