Wien. Die Telekom Austria will einem Insider zufolge in den kommenden Wochen eine Anleihe im Volumen von 500 bis 750 Millionen Euro begeben. "Ich gehe davon aus, das wird in den nächsten zwei bis drei Wochen passieren", sagte eine mit den Plänen der Telekom vertraute Person am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Das Papier werde voraussichtlich eine längere Laufzeit - möglicherweise von zehn Jahren haben. Die übrigen Details der Anleihe würden erst in den kommenden Tagen nach Gesprächen mit Investoren festgelegt.

Die Telekom Austria hatte bei der Auktion von Frequenzen für schnelleres Internet Spektrum im Wert von rund einer Milliarde Euro ersteigert. Das Geld muss das Unternehmen noch heuer bezahlen und hatte angekündigt, dafür Fremdkapital aufzunehmen. Zu Details wollte sich die Telekom nicht äußern.

Gewinn im Sommer halbiert


Ein heftiger Wettbewerb und geringere Roaming-Gebühren ließen den Gewinn der Gruppe im dritten Quartal um knapp die Hälfte auf 51,3 Millionen Euro sinken. Der Umsatz ging von Juli bis September um gut fünf Prozent auf 1,04 Milliarden Euro zurück.

Zu schaffen macht der Firma insbesondere der harte Preiskampf im österreichischen Mobilfunkmarkt, wo die Telekom einen Großteil ihrer Erträge erwirtschaftet. In Österreich hat die Telekom Austria 5,74 Millionen Mobilfunk-Kunden - wegen der Übernahme von "Yesss!" um 12 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die durchschnittlichen Erlöse pro Kunde schrumpften allerdings um 14 Prozent auf 16,30 Euro.

In Bulgarien und Kroatien sank das operative Ergebnis (Ebitda) ebenfalls jeweils im zweistelligen Prozentbereich. Grund dafür waren auch geringere Roaming-Einnahmen durch den EU-Beitritt Kroatiens. In Weißrussland, Slowenien, Serbien und Mazedonien stieg der operative Gewinn - vor allem wegen des laufenden Sparprogramms. Die Personalkosten hierzulande stiegen seit Jahresanfang um 1,3 Prozent, trotz weniger Personals. Ursachen sind KV-Erhöhungen und Gehaltssprünge der beamteten Mitarbeiter.

Großaktionär America Movil von Milliardär Carlos Slim plane keine feindliche Übernahme, sagte Konzernchef Daniel Hajj Aboumrad in "News". Die österreichische Regierung und die Staatsholding ÖIAG seien "Partner".