Wien. (ede) Die Zusammenführung von "3" und Orange hat den Mitarbeitern der beiden Mobilfunkunternehmen in den vergangenen drei Monaten etliche Spät- und Sonderschichten abverlangt. Rund 100 Tage nach der Vereinigung, im Zuge derer die Marke "Orange" (vormals "One") vom Markt verschwand, zog Jan Trionow, CEO von Hutchison Drei Austria, Bilanz.

Mit der Entwicklung von Kundenanzahl und Marktanteil zeigt er sich zufrieden. Seit die beiden Marken zusammengelegt wurden, habe "das neue 3" mehr als 180.000 Neukunden dazugewonnen und damit die Marktführerschaft bei neuen Vertragsabschlüssen im österreichischen Mobilfunk übernommen. Dass es Netzprobleme und in der Folge Kundenbeschwerden gegeben habe und weiterhin gibt, will Trionow nicht leugnen. Er spricht jedoch von Einzelfällen und betont: "Wir nehmen jedes Problem ernst." Abhilfe schaffe in vielen Fällen eine Änderung der Einstellungen am Endgerät. Die Kunden bleiben "3" jedenfalls treu: Bei bestehenden Kunden stieg die Zahl der Vertragsverlängerungen seit dem neuen Marktauftritt um fast 30 Prozent.

Eine Kündigungswelle blieb durch den Merger aus. Die Reduzierung der Shops von 140 auf 90 kostete rund 70 Mitarbeiter den Job, weitere 80 werden durch die Zusammenlegung der Callcenter ihren Arbeitsplatz verlieren. Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) hatte zu Jahresbeginn von 400 Stellen gesprochen, die durch die Übernahme von Orange durch "3" auf dem Spiel stünden. Den aktuellen Mitarbeiterstand wollte Trionow nicht nennen. Vor dem Zusammenschluss hatten "3" und Orange gemeinsam rund 1300 Beschäftigte.

"3" zieht vor die Höchstgerichte


Trionow übte erneut Kritik an der zwei Milliarden Euro schweren Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen. Das "3"-Management hält die "irrational teure" Auktion für formal und inhaltlich rechtswidrig und wird beim Verwaltungsgerichtshof und beim Verfassungsgerichtshof Beschwerde einlegen. Trionow: Wir wollen eine neue Auktion."