Wien. (kle) EconGas, die Gashandelstochter der OMV, hat bei ihrem russischen Lieferanten Gazprom in einer Übergangsvereinbarung eine Senkung des Gasbezugspreises durchgesetzt. Rückwirkend mit 1. April 2013 bekommt das Unternehmen Gas aus Russland nun billiger, teilten die OMV und Gazprom am Montag mit. Weitere Details zu den neuen Konditionen nannten sie jedoch nicht. Der Grund dafür sind "Vertraulichkeitsklauseln in den Verträgen".

OMV-Generaldirektor Gerhard Roiss sprach von einem "positiven Meilenstein, um EconGas in Richtung einer wettbewerbsfähigeren Position zu bewegen". Zuletzt hatte EconGas saftige Verluste eingefahren, allein im Vorjahr hatte das Minus mehr als 177 Millionen Euro betragen.

Ein Grund waren insbesondere ungünstige Langfrist-Gasverträge mit Gazprom. Da diese bisher fix an den Ölpreis gebunden waren, musste die OMV-Tochter für den Gasbezug mehr bezahlen als sie beim Weiterverkauf erlösen konnte. Ob die Ölpreisbindung nun zu Fall gebracht wurde, war vorerst noch unklar.

Und ob nun auch die Gaspreise für die österreichischen Endkunden sinken? "Ich glaube nicht, dass es eine riesige Preissenkung gibt, aber der eine oder andere Anbieter könnte um ein paar Prozent runtergehen", sagte E-Con-trol-Vorstand Walter Boltz. Eine Preissenkung für die Endverbraucher wäre "wirtschaftlich angemessen" und "schon wegen der Optik" zu erwarten, sagte Boltz.

Möglicherweise würden die Preissenkungen aber erst nach der Heizsaison kommen. Ob vor allem die EnergieAllianz (Wien Energie, EVN, Energie Burgenland) die Preissenkung weitergeben werde, "wird am Ende des Tages davon abhängen, ob die Kunden eine gewisse Wechselbereitschaft an den Tag legen". Derzeit sei die Wechselrate der Kunden bei Gas mit 1,5 bis 2 Prozent pro Jahr nach wie vor sehr niedrig.

Das Einsparpotenzial eines Durchschnittshaushalts bei einem Wechsel vom Standardanbieter zum günstigsten Anbieter beträgt bei Gas derzeit laut Wirtschaftsministerium je nach Region bis zu 262 Euro pro Jahr.