Wien/Klagenfurt. In den vergangenen Tagen haben die neuen Eigentümer der Österreich-Tochter der Hypo Alpe Adria zwar noch manchmal wegen diverser Horror-Meldungen zur Mutterbank "schlecht geschlafen", nun ist der Deal aber durch. Die Hypo Österreich ging um 65,5 Millionen Euro samt 370 vollzeitäquivalenten Arbeitsstellen von der Republik Österreich an die britisch/indische Anadi Financial Holdings Pte. Ltd.

Die staatliche Problembank Hypo Alpe Adria hat somit eine Tochter losgeschlagen. Der Verkaufsprozess war laut dem neuen Eigentümer, Sanjeev Kanoria (50), "sehr transparent, wir wussten was wir bekommen". Auch wenn es "keine Deals ohne Zweifel" gebe, das Grundgefühl habe immer gepasst. Es handle sich um "eine sehr strategische Investition" seiner Familie. "Ich bin stolz und glücklich hier zu sein."

Kanoria will eine "Connection" zwischen Österreich bzw. der EU, Indien und später auch Osteuropa aufbauen. Bis man auch Geschäfte - in erster Linie will man über Exportfinanzierungen wachsen - aus Osteuropa nach bzw. von Indien aufbaue, würden aber noch einige Jahre vergehen.

Neuer Eigentümer will einmal monatlich anreisen

Mit dem designierten Vorstandschef Martin Czurda habe man aber bereits begonnen, solche Verbindungen zwischen Österreich und Indien herzustellen, sagte Kanoria. "Ich bin sehr stolz, dass die Bank nach einer sehr schwierigen Zeit einen Neustart hinlegt." Er wolle einmal monatlich anreisen. Wachsen solle das Haus mit geringem Risiko und eher langsam.

Zum eher schwachen Image der Hypo allgemein befragt, meinte Kanoria, dass nach der Finanzkrise alle Banken ein schlechtes Image hätten. Dieses wolle man bei der Hypo Österreich rasch beseitigen - schließlich sei man nun unabhängig von der staatlichen Problembank und Ex-Mutter. In der zweiten Jahreshälfte 2014 soll es dann mit einem neuen Firmenauftritt und auch Namen - der Kärnten und Indien verbinden soll, was laut Czurda eine "Challenge" ist - so weit sein. Hypo werde im Namen jedenfalls nicht mehr bleiben.

Derzeit ist die Hypo Österreich nach den Worten Czurdas "eine reine Regionalbank die in Kärnten aktiv ist und Zweigstellen in Wien und Salzburg betreibt". Das Regionalkonzept werde "jedenfalls beibehalten" - aber: etwa das Geschäft und die Kundenbetreuung wolle man verbessern.

Retailbank für indische und britische Kunden

Vor allem will man als "erste neue Säule" auch Retailbank in Österreich für indische und britische Kunden werden - "insbesondere in Wien und Salzburg". Möglicherweise werde dazu v.a. im Wien neues Personal angestellt, während ein Abbau insgesamt nicht gänzlich ausgeschlossen wurde. Man wolle grundsätzlich aber nicht die Mitarbeiterzahl von 375 derzeit auf die Bilanzsumme von 3,5 Milliarden Euro anpassen, sondern die Bilanzsumme erhöhen - also an die Mitarbeiterzahl anpassen. "Jährlich wollen wir maximal um zehn bis 15 Prozent wachsen", sagte Czruda.