Salzburg. Rund um Weihnachten muss so mancher an seine Grenzen gehen. Das hat nicht immer mit Geschenkeinkäufen und familiären Verpflichtungen zu tun, sondern kann angesichts der Reisefreudigkeit zu den Feiertagen auch Infrastruktureinrichtungen betreffen. Der Salzburger Flughafen ist so ein Fall.

Kaum einmal wird er so stark beansprucht wie an den Reisetagen rund um den Jahreswechsel. Rund 100 Landungen hat er an den Samstagen in der Weihnachtszeit zu verkraften. Für einen Flughafen mit einer einzelnen Start- und Landebahn ist das nicht mehr weit weg von der Grenze der Belastbarkeit. Am vergangenen Wochenende kamen vor allem Gäste aus Großbritannien und Skandinavien. Sie werden abgelöst von Russen und Ukrainern, die Weihnachten erst am 6. und 7. Jänner feiern.

Die Tourismusorte in Salzburg und Tirol nehmen diese Gäste dankbar an, sie sorgen für volle Auslastung in der Weihnachtszeit und darüber hinaus. Und sie bescheren auch dem Salzburger Flughafen einen Anstieg der Landungen, höhere Einnahmen, in weiterer Konsequenz allerdings auch eine Auseinandersetzung mit bayrischen Anrainern, die sich in den vergangenen Wochen nur vordergründig beruhigt hat.

Verordnung liegt auf Eis

Der Anstieg der Flugbewegungen, der besonders die Weihnachtsferien, letztlich aber die gesamte Wintersaison betrifft, ist eines der Hauptargumente der Anrainer auf der deutschen Seite der Grenze. Diese ist nur wenige Kilometer vom Flughafen entfernt, weshalb das deutsche Verkehrsministerium den Flugbetrieb über die deutsche Seite per Verordnung massiv einschränken wollte.

Derzeit liegt die Verordnung auf Eis, das deutsche Außenministerium hat vom Verkehrsministerium Gespräche mit Österreich eingefordert. Das verschafft dem Salzburger Flughafen Zeit, sorgt aber nur medial für Entspannung. "Ich sehe das noch nicht als Entwarnung. Die Verordnung ist geschrieben und gedruckt", sagt der Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ).

Dass die überwiegende Mehrheit der Flüge wie bisher über Nordwesten und damit über Deutschland abgewickelt wird, wird langfristig nicht weitergehen. Wie ein heimischer Luftfahrtexperte der "Wiener Zeitung" bestätigt, spricht die rechtliche Situation für Deutschland: "Sie sind juristisch im Recht." Dass Peter Ramsauer, der aus der Region stammt, im neuen Kabinett nicht mehr deutscher Verkehrsminister ist, entspannt die Situation nur unwesentlich. "Es ist die CSU und das Pferd ist aus dem Stall", erklärt der Experte.