Ein Risiko im Jahr 2014 stellt für Betriebe die Umstellung von Rechnungen und Formularen auf einen einheitlichen Zahlungsverkehr in Europa mit Kontonummer IBAN und Bankleitzahl BIC dar. - © fotolia/nito
Ein Risiko im Jahr 2014 stellt für Betriebe die Umstellung von Rechnungen und Formularen auf einen einheitlichen Zahlungsverkehr in Europa mit Kontonummer IBAN und Bankleitzahl BIC dar. - © fotolia/nito

Wien. Christoph Krischanitz, Geschäftsführer der Beraterfirma arithmetica, ortet einen "zu wenig strukturierten Umgang" mit Information, Daten und Risken bei den heimischen Unternehmen. "Viele Maßnahmen werden nur ad hoc gesetzt", gibt er zu bedenken. Er rät den Betrieben, vorhandene Informationen besser zu nutzen. Das kann auf kurzfristiger Ebene zum Beispiel eine Analyse des Konsumentenverhaltens anhand der Erfahrung der vergangenen Jahre sein. So können Spitzenzeiten besser eingeschätzt werden.

Auch werde oft übersehen, dass "nicht die vermeintlich kurzen Monate wie beispielsweise der Februar die Produktivität einschränken, sondern Monate wie der Mai oder Juni, die aufgrund ihrer Feiertage mit anschließenden Fenstertagen sogar weniger Arbeitstage haben können als der Februar", gibt Krischanitz zu bedenken.

Anders als manche Berater betont der Versicherungsmathematiker, dass es wichtig sei, einen Personalpuffer aufzubauen und nicht nur darauf zu achten, dass der "headcount", also die Mitarbeiterzahl, eines Unternehmens kleiner wird. So könne man urlaubs- und krankheitsbedingte Ausfälle besser ausgleichen.

Umstellung auf IBAN und BIC steht bevor

Am Risikokalender für 2014 steht insbesondere die Umstellung des Bankensystems auf die internationale Darstellungsform der Bankinformationen mittels IBAN und BIC. Alle Rechnungen und Formulare müssen in Betrieben angepasst werden.

Für Betriebe könnte auch die neu geformte Bankenunion eine Rolle spielen. Banken bleiben bei der Kreditvergabe weiter vorsichtig und "gelebtes Risikomanagement wird immer mehr als Voraussetzung für die Kreditvergabe gesehen", so Krischanitz. Man werde sehen, wie weit es hier durch das Inkrafttreten der Bankenunion zu Änderungen oder weiteren Verschärfungen kommt.

Daten als Grundlage für die Personalplanung

Besonders wichtig wird das Datenmanagement jedoch bei längerfristigen Trends, wie etwa der Nachfolgeregelung oder anderen personellen Veränderungen. "Immer weniger Menschen wachsen in den Arbeitsmarkt hinein, aber viel mehr gehen hinaus", zitiert der Versicherungsmathematiker Statistiken. Und das werde sich in den nächsten Jahren nicht ändern. Unternehmen müssten "jetzt schon mehr in das strategische Personalmanagement investieren".

Laut Angaben der Österreichischen Notariatskammer stehen bis 2015 mehr als 64.000 Betriebe, das sind 22 Prozent der heimischen Klein- und Mittelbetriebe (KMU), zur Übergabe an - 16 Prozent der Firmenchefs wissen nicht, wer das Unternehmen übernehmen soll. Die Umfragen zeigen, dass 2008 nur neun Prozent noch nicht für die Übergabe vorgesorgt hatten. Die Ursachen für diesen Anstieg sieht die Kammer "vor allem in der wirtschaftlichen Situation. Die Unternehmer fokussieren sich eher auf das Tagesgeschäft und weniger auf die langfristige Vorsorge", betont Michael Umfahrer, Vorsitzender des Fachausschusses für Unternehmens- und Gesellschaftsrecht der Notariatskammer.

Für die Nachfolgeregelung empfiehlt die Notariatskammer: "Mindestens fünf bis zehn Jahre vor dem geplanten Rückzug sollten sich Klein- und Mittelunternehmer mit dem Thema Unternehmensvorsorge auseinandersetzen, das schützt vor überhasteten Übergaben." Allerdings halte die Hälfte der Firmenchefs maximal fünf Jahre für ausreichend.

Der Wunsch, den Betrieb in Familienhand zu halten, wird besonders bei kleinen Unternehmen seltener. In der diesjährigen Befragung gaben noch 36 Prozent diesen Wunsch an, vor fünf Jahren waren es 40 Prozent. "Somit entstehen Chancen für verdiente Führungskräfte, bisherige Partner oder externe Investoren, das Unternehmen zu übernehmen", so die Notariatskammer. Aber mit dem bevorstehenden demografisch bedingten Fachkräftemangel wird es für Firmen in den nächsten Jahren nicht leichter werden, geeignetes Personal oder Führungskräfte zu finden. Hilfreich könnten hier Zusatzangebote wie etwa eine betriebliche Altersvorsorge werden. Vor allem, wenn ab nächstem Jahr durch das Pensionskonto klar ersichtlich wird, mit wie viel Geld Arbeitnehmer aus der staatlichen Altersvorsorge rechnen können. "Es wird ein trauriges Erwachen geben", ist Krischanitz überzeugt. Aber es sei "wichtig, dass das sichtbar gemacht wird".