Dank Beteiligung der Förderbank konnte Stefan Ponsold mit seinem Start-up SunnyBAG durchstarten. - © OTS/www.sebastianreich.com
Dank Beteiligung der Förderbank konnte Stefan Ponsold mit seinem Start-up SunnyBAG durchstarten. - © OTS/www.sebastianreich.com

Wien. Jeder kennt das: Man ist unterwegs und der Handyakku ist leer. Ein Ärgernis. Wäre es nicht praktisch, wenn man sein Mobiltelefon auch außer Haus jederzeit aufladen könnte? Zumindest tagsüber ist das kein Problem mehr mit einer stylischen Umhängetasche oder einem Rucksack der Grazer Firma SunnyBAG. Diese sind nämlich mit Solarpaneelen ausgestattet, sodass man sein Smartphone oder Tablet mit neuem Saft versorgen kann. Mit dieser Idee startet SunnyBAG voll durch und nimmt mittlerweile sogar schon den amerikanischen Markt ins Visier.

Ermöglicht wurde der Erfolg des Start-up-Unternehmens unter anderem durch den Gründerfonds der staatlichen Förderbank Austria Wirtschaftsservice (aws), der sich an der steirischen Firma beteiligt hat. Auch 2014 will die aws Klein- und Mittelbetrieben in Österreich finanziell unter die Arme greifen und neuen Unternehmen auf die Beine helfen. Dafür stehen rund eine Milliarde Euro zur Verfügung, wie Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und aws-Geschäftsführer Bernhard Sagmeister am Donnerstag vor Journalisten erklärten. Davon 100 Millionen Euro für Start-ups.

Basel III erschwert den Zugang zu Krediten

Nachdem man 2014 mit 1,7 Prozent ein deutlich stärkeres Wirtschaftswachstum als 2013 (0,3 Prozent) erwartet, will Mitterlehner auch bei den Investitionen eine "Trendwende". Diese gingen im Vorjahr um 1,4 Prozent zurück, heuer sollen sie um 3 Prozent zulegen. Weil es aber in Zeiten von Basel III und den damit zusammenhängenden schärferen Bonitätsprüfungen und stärkeren Sicherheitserfordernissen gerade für kleine und neue Unternehmen schwierig ist, von den Banken das nötige Geld für Investitionen zu bekommen, erhöht die aws die Fördermittel um sechs Prozent auf insgesamt 973 Millionen Euro. Das deckt rund zehn Prozent des Marktes und "soll Investitionen von 2,5 Milliarden Euro auslösen", sagt Mitterlehner, wodurch laut Förderbank-Prognosen 62.000 Arbeitsplätze gesichert und 7400 neue geschaffen werden sollen.

Mit 592 Millionen Euro wird der Großteil der Förderungen in Form von günstigen Krediten vergeben. Für diese werden nur ein Prozent Zinsen fällig - das bedeutet einen Zinsvorteil gegenüber heutigen Bankkrediten von bis zu zehn Prozent. Im Vorjahr wurden mit der selben Summe 1218 Kredite vergeben. Die durchschnittliche Laufzeit beträgt sechs bis neun Jahre.

Weil das Geld für die Kredite aus den Erträgen des ERP-Fonds, also aus der Marshallplan-Hilfe, stammt, ist es auch nicht budgetrelevant. Auch nicht jene zwei Prozent des Kreditvolumens, bei denen man mit einem Ausfall rechnet. Das ist zwar mehr als bei Bankkrediten, aber schließlich sei es ja die Aufgabe der aws, Risiken zu übernehmen, sagte Geschäftsführer Sagmeister. Außerdem gehe es darum, innovative und risikofreudige Unternehmen zu fördern, ergänzt Mitterlehner.

Der zweite große Brocken sind Garantien, die die aws für Unternehmenskredite übernimmt und so den Firmen den Zugang zu Finanzierungen erleichtert. Hier wird das Volumen gegenüber dem Vorjahr von 196 auf 261 Millionen Euro erhöht. Außerdem werden 79 Millionen Euro an Zuschüssen verteilt. Für Service und Beratung stehen 9 Millionen Euro zur Verfügung und für Beteiligungen 32 Millionen.

Hier wird die Summe gegenüber 2013 verdoppelt. Ziel ist es, in diesem Jahr zwanzig Beteiligungen einzugehen, sagt Sagmeister. Dabei will man auch vermehrt private Investoren an Bord holen. Bei den Beteiligungen rechnet man mit einer Ausfallquote von rund einem Drittel, das heißt, diese Unternehmen schaffen den Durchbruch dann doch nicht.

Acht von neun geförderten Start-ups überleben

Bei den Start-ups liegt die "Überlebensquote" laut aws bei 88 Prozent. Also acht von neun geförderten Gründern waren nach drei Jahren noch am Markt aktiv. Im Vorjahr wurden 2000 Start-ups mit 63,7 Millionen Euro gefördert. 2014 stehen sogar 100 Millionen Euro an Krediten, Garantien und Mitteln für Zuschüsse und Beteiligungen zur Verfügung.

Bei SunnyBAG war die aws-Beteiligung nur ein Teil der finanziellen Basis. Ebenso wichtig war die Beteiligung vieler Kleininvestoren. Auch hier will die aws künftig Hilfestellung leisten und tüftelt an einer entsprechenden Plattform, um Crowdfunding "als sinnvolle Ergänzung zur Kreditfinanzierung zu etablieren".