Wien. (reu/apa/hdt) Das abgelaufene Jahr hat für die OMV nach Ansicht ihres Chef Gerhard Roiss vor allem eines gebracht: den erfolgreichen Umbau des Unternehmens von einem vorwiegend auf das Raffinerie- und Tankstellengeschäft orientierten Unternehmen auf einen Upstream-fokussierten integrierten Öl- und Gaskonzern. Vor allem durch den Erwerb der Statoil-Beteiligungen in der Nordsee - um fast zwei Milliarden Euro - und den Verkauf des 45-Prozent-Anteils am Raffinerieverbund Bayernoil werde man das Ziel des Strategiewechsels - mehr Vermögenswerte im Upstream- als im Downstream-Bereich - schon heuer, mehrere Jahre vor dem ursprünglich angepeilten Zeitpunkt, erreichen, sagte Roiss am Mittwoch bei der Präsentation der Bilanz für 2013.

Wegen der gegenüber 2012 auf gut 5,2 Milliarden Euro mehr als verdoppelten Investitionen sei der Verschuldungsgrad (Gearing) zwar von 25,8 auf knapp über 30 Prozent gestiegen - die Nettoverschuldung stieg von knapp 3,75 auf etwas mehr als 4,37 Milliarden Euro. Das entspreche aber durchaus dem langfristigen Ziel, betonte Roiss - und hob den gleichzeitig von 3,81 auf 4,11 Milliarden Euro gestiegenen Cashflow aus der Betriebstätigkeit hervor: "Der ist das Herzblut des Unternehmens."

In den nächsten Jahren will die OMV im Schnitt jährlich 3,9 Milliarden Euro investieren, 80 Prozent davon in die Suche und Förderung (E&P) von Öl und Gas. "Wir glauben, das verkraften zu können, ohne uns weiter verschulden zu müssen", sagte Finanzvorstand David Davies. Gelingen soll das durch einen deutlichen Anstieg der Produktion bei einem angenommenen Ölpreis etwa auf dem aktuellen Niveau von rund 100 Dollar pro Fass.

Produktion wird steigen

Auch die Anhebung der Dividende für 2013 auf 1,25 Euro je Aktie (von 1,20 Euro) soll durch den Produktionszuwachs finanziert werden. Die Gesamtproduktion war 2013 mit 288.000 boe/d (Fass Öl-Äquivalente pro Tag) um fünf Prozent geringer als 2012. Sie soll heuer auf 320.000 bis 340.000 boe/d steigen - abhängig vor allem davon, wie sich die Lage in Libyen weiter entwickelt: "Wenn die Produktion dort auf vollen Touren läuft, werden es eher 340.000, fällt sie ganz aus, sind wir wahrscheinlich unter den 320.000 Fass", sagte Davies.

Vor allem im letzten Quartal 2013 sei in Libyen "fast nichts" produziert worden, sagte E&P-Vorstand Jaap Huijskes. Derzeit sei Libyen wieder zu 70 Prozent "onstream", auch die Produktion im Jemen laufe normal. Am mittelfristigen Ziel, bis 2016 auf eine Tagesproduktion von 400.000 Fass zu kommen, hält die OMV fest. Dann spiele man in derselben Liga wie die spanische Repsol oder die deutsche Wintershall.

Vorerst haben aber die Produktionsausfälle in Libyen und ein schwaches Raffineriegeschäft - die Margen schrumpften dort um fast drei Viertel auf nur 1,16 Dollar - einen herben Gewinnrückgang eingebrockt. Vor allem im vierten Quartal liefen die Geschäfte alles andere als geschmiert: Der Betriebsgewinn vor Sondereffekten (Clean CCS Ebit) brach um mehr als die Hälfte auf 444 Millionen Euro ein. Im Gesamtjahr 2013 schrumpfte der bereinigte Betriebsgewinn gegenüber dem Rekordjahr 2012 um 22 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro.

Besser lief es zuletzt im lange Zeit kriselnden Gasgeschäft. Die Tochter EconGas, an der die OMV 50 Prozent hält, kehrte im vierten Quartal dank gesenkter Preise der Lieferanten Gazprom und Statoil in die Gewinnzone zurück.