Wien. Der weltweit größte Ziegelproduzent Wienerberger hat seine Verluste im Vorjahr trotz des langen und schneereichen Winters unter dem Strich deutlich verringert und will heuer wieder Gewinne schreiben: "Wir führen das Unternehmen in die nachhaltige Gewinnzone zurück", erwartet Konzernchef Heimo Scheuch heuer "ein leicht positives Ergebnis".

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde der Nettoverlust bereits deutlich von 40,5 auf 7,8 Millionen Euro zurückgefahren. Das mehrjährige Sparprogramm, große Projektaufträge für den Rohrbereich in Afrika und die Erholung im amerikanischen Wohnungsneubau wirkten sich positiv auf das Ergebnis aus. Aus Europa gibt es Signale einer Erholung der Baukonjunktur: in den wichtigen Kernmärkten England und Deutschland werde wieder etwas mehr gebaut, wenn auch von einem extrem niedrigen Niveau aus. Auch Polen ist ein Hoffnungsträger. In den Niederlanden und Frankreich hingegen zeigen die Baubeginne bei Einfamilienhäusern weiter nach unten.

Unveränderte Dividende


Die Umstrukturierung des Konzerns gilt mit 2013 als abgeschlossen. Seit dem Ausbruch der Krise 2009 hat Wienerberger rund 60 Werke weltweit geschlossen und etwa 3000 Stellen abgebaut. Derzeit hat die Gruppe noch 214 Werke im Laufen, die Auslastung lag bei etwa 60 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter wurde im Jahresabstand auf 13.787 wieder aufgestockt. Heuer sollen weiter Kosten eingespart werden. "Das Ziel von in Summe 50 Millionen Euro werden wir mit 2014 schaffen", sagte Finanzvorstand Willy Van Riet am Donnerstag bei der Bilanzpräsentation.

Parallel zu den Sparmaßnahmen verkauft Wienerberger zwischen 2012 und 2016 Liegenschaften im Volumen von insgesamt rund 100 Millionen Euro.

Im Vorjahr steigerte Wienerberger den Gruppenumsatz um 13 Prozent auf 2,66 Milliarden Euro - mehr als eine Milliarde Euro kam vom 2012 übernommenen Rohrspezialisten Pipelife. Somit machte der Ziegelkonzern fast 40 Prozent des Umsatzes mit Rohren und Flächenbefestigungen. Wienerberger habe nun "ein solides zweites Standbein".

Für 2013 winkt den Aktionären eine gegenüber dem Jahr davor unverändert hohe Dividende von 12 Cent je Aktie.