Wien. Wenn eine Fluglinie ihre Jahresbilanz präsentiert, ist es unvermeidlich, dass die Metaphern durch den Raum, nun ja, fliegen. AUA-Chef Jaan Albrecht sprach also vom "Steigflug", den das Unternehmen im Vorjahr begonnen hätte und dass die "Flughöhe" noch nicht erreicht sei. Froh über einen kleinen operativen Gewinn ist die AUA dennoch, vor zwei Jahren, so Albrecht, sei man noch knapp dran an einer "Bruchlandung" gewesen.

So viel zu den wortspielerischen Beschreibungen des abgelaufenen Geschäftsjahres, in Zahlen bedeutete 2013 für die AUA jedenfalls einen Betriebsgewinn von 25 Millionen Euro, nachdem in den vergangenen sechs Jahren jeweils mit einem kleineren (2012: -6 Millionen Euro) bis größeren (2009: -86 Millionen Euro) Minus abgeschlossen wurde. Nun konnte die AUA die im Sommer eingeflogenen Gewinne in der zweiten Jahreshälfte verteidigen.

"Der Trick ist, am Ende des Jahres nicht wieder ins Minus zu rutschen", sagt Albrecht. Dieses kleine Plus wurde über Einsparungen, aber auch über eine etwas höhere Auslastung erreicht. Zwar gab es bei den Passagieren ein kleines Minus, doch die AUA konnte die Auslastung von rund 78 Prozent auf 79 Prozent erhöhen. "Allein dieser Prozentpunkt bringt 16 Millionen Euro ein", erklärt AUA-Sprecher Peter Thier.

Swiss macht’s der AUA vor


Die ehemals staatliche Airline konnte nun erstmals positive Zahlen nach Köln schicken, zum Sitz des Mutterkonzerns Lufthansa. Die Deutschen hatten die AUA 2009 übernommen und wurden seither aus Wien stets über ein Minus informiert. Der Druck der Lufthansa, die sich selbst in einer Umbauphase befindet, dürfte zuletzt sehr groß gewesen sein.

Zumal die Schweizer Swiss, die 2007 von der Lufthansa gekauft wurde, einen Gewinn von 217,1 Millionen Euro meldete. Swiss steuerte damit beinahe so viel zum Konzernergebnis bei wie die Lufthansa samt der Billiglinie Germanwings selbst (265 Millionen Euro).

"Swiss beweist, dass wir Luft nach oben haben", sagt Thier. Bei den Auslastungszahlen haben die Schweizer auch ein paar Prozentpunkte mehr erreicht als die AUA, doch wirklich als Vergleich will Thier die Swiss nicht heranziehen. Die einst staatliche Swissair war nämlich im Jahr 2001 insolvent gegangen - ein Schicksal, das den Austrian Airlines erspart blieb. Der Vorteil für die Konzernmutter Lufthansa: Swiss begann danach wieder bei null, und das betraf auch die Dienstverträge.