Salzburg. (apa/sf) Nicht nur Mode bestellen die Österreicher immer häufiger über das Internet: Überdurchschnittlich große Wachstumsraten verzeichnen Universal und Quelle bei Möbeln und Haushaltsgeräten. Derzeit würden sieben Prozent der Möbel online gekauft, in drei Jahren werde der Anteil bei 15 Prozent liegen, sagt Harald Gutschi, Sprecher der Geschäftsführung der Unito-Gruppe, zu der Universal, Otto und Quelle gehören. Der stationäre Handel verschlafe diese Entwicklung, meint der Unito-Manager und rechnet mit einer Flächenbereinigung in den nächsten Jahren. Einen starken Trend zum Online-Einkauf sieht Gutschi auch im Bereich von Baumarkt-, Garten- und Freizeitartikeln.

Diese Entwicklung bekommt auch die angeschlagene Heimwerkerkette Baumax zu spüren. bauMax-Gründer Karlheinz Essl bezeichnete es vergangene Woche vor Journalisten als "Fehler", dass bauMax zu spät online gegangen sei. Vor dem Sommer startet die heimische Baumarktkette einen neuen Webshop.

Katalog "befeuert" Webshop


Für Universal, Otto und Quelle dient der Katalog nun hauptsächlich dazu, "den Onlinehandel zu befeuern". Weil immer öfter über mobile Endgeräte vom Sofa aus bestellt wird, werden Universal und Quelle in drei Jahren mehr als 80 Prozent ihrer Umsätze über Smartphones und Tablets generieren, erwartet Gutschi. Der Onlineanteil am Gesamtumsatz liegt derzeit bei 77 Prozent.

Hinter dem US-Versandriesen Amazon ist die zum Hamburger Otto-Konzern gehörende Unito-Gruppe mit Sitz in Salzburg der zweitgrößte Versandhändler in Österreich - die Marken Universal und Otto folgen hinter Amazon abgeschlagen auf den Plätzen zwei und drei. Im Geschäftsjahr 2013/14 (per Ende Februar) kletterte der Umsatz um zwölf Prozent auf 312 Millionen Euro. Der Online-Umsatz stieg deutlich stärker um 25 Prozent. In den vergangenen vier Geschäftsjahren steigerte Unito den Umsatz jeweils um fast 15 Prozent pro Jahr. Bis 2020 will Unito den Umsatz verdoppeln. Größte Unito-Marke ist Universal, die mit Mode- und Lifestyle-Produkten zuletzt rund 120 Millionen Euro umsetzte. In fünf Jahren wolle man bei 220 Millionen Euro liegen, sagt Universal-Markenmanager Helmut Schönfelder in Salzburg. Vom Lagerstandort in Bergheim werden die Bestellungen ausgeliefert.

Unito kaufte die Markenrechte an Quelle nach der Insolvenz des Versandhändlers, seit dem Neustart 2011 verkauft Quelle ausschließlich über das Internet. Der Umsatz mit Produkten in den Bereichen Wohnen, Baumarkt und Haushaltstechnik wuchs von 40 Millionen Euro auf derzeit 70 Millionen Euro. "Wir haben den Break Even ein Jahr früher als geplant erreicht", sagt Markenmanager Reinhard Lengauer.