Wien. Die heimische Wirtschaft wird in den nächsten Monaten zwar weiter zulegen, das Wachstum bleibt aber unterdurchschnittlich. Problem für die heimische Wirtschaft ist die Erlahmung der internationalen Konjunktur, insbesondere in den Schwellenländern. Die Nachfrage aus dem Ausland dürfte sich daher auf EU-Staaten und die USA verlagern, erwartet die Industriellenvereinigung in ihrer heutigen Prognose.

  Auch die Lage in der Ukraine macht der Industriellenvereinigung (IV) Sorgen. Generalsekretär Christoph Neumayer hofft, dass die Vereinbarungen von Genf umgesetzt werden und der Konflikt nicht eskaliert. Wirtschaftssanktionen lehnt er ab. Immerhin seien 750 österreichische Unternehmen in dem Land tätig, davon 150 mit Niederlassungen, 20 sogar mit "signifikanten Investitionen", auch in der Grundstoff- und Metallindustrie in der Ostukraine. Gerade dort habe Österreich also auch industrielle und wirtschaftliche Interessen.

  Zugleich nutzte Neumayer die Gelegenheit, auf Standortprobleme in Österreich hinzuweisen. Der bisherige "Standortkredit" sei aufgebraucht und müsse wieder aufgefüllt werden. Die aktuelle Diskussion sei als "Weckruf und nicht als Panikmache" zu verstehen. Die Probleme konkretisierte Chefökonom Christian Helmenstein auf Basis der geplanten Investitionen: Nur mehr 17 Prozent entfallen auf Erweiterungen, über 40 Prozent auf Ersatzinvestitionen. In Deutschland seien im Gegensatz dazu über ein Drittel Erweiterungsinvestitionen zu verzeichnen.