Wien. Im Mai ist Hochsaison für Hochzeiten - auch ausländische Brautpaare kommen gerne nach Österreich, um sich trauen zu lassen. Vor allem bei Deutschen, Briten, Russen, Amerikanern und Asiaten ist die Alpenrepublik als Hochzeitsdestination beliebt - und Unternehmen können damit kräftig Geld verdienen. Die meisten Paare reisen mit Brautkleid, Anzug und Ringen an, der Rest wird vor Ort gekauft.

Während sich österreichische Brautpaare ihre Hochzeit durchschnittlich rund 10.000 bis 20.000 Euro kosten lassen, geben ausländische Gäste für Großhochzeiten 50.000 bis 70.000 Euro aus, sagt Wedding Planner Doris Wallner, die in Salzburg mit ihrem Unternehmen Mehrzeit-Hochzeit-Freizeit tätig ist. Als Ort für Trauung und Feier werden meist historische Bauwerke gewählt, was das Budget steigen lässt. Außerdem gehen die Hochzeiten über mehrere Tage - von einem Get-together am Vortag der Trauung bis zum Brunch zum Ausklang am Folgetag.

Japaner heiraten auch
gerne in Tracht

Wedding Planner und spezialisierte Reisebüros organisieren die Feierlichkeiten nach den Wünschen des Brautpaares: ob eine Hochzeit wie zu Kaisers Zeiten im Schloss Schönbrunn oder im Jugendstilwaggon des Riesenrades mit Kutschenfahrt, zünftig in Tracht auf einer Alm in Filzmoos oder in Salzburg an Original-Drehplätzen des Musicalfilms "Sound of Music". Während manche Paare nur zu zweit anreisen, feierte ein indisches Brautpaar mit rund 500 Personen mehrere Tage lang im Schloss Fuschl in Salzburg, erzählt Wallner, die gemeinsam mit Angela Lindner, Chefin von Wedding Angel, unter der Marke "die Brücke ins Glück" Österreich als Hochzeitsdestination vermarktet.

"Japanische Brautpaare kommen nach Österreich über die Werbung in diversen Hochzeitsmagazinen, die meisten anderen ausländischen Brautpaare kennen Österreich von einem früheren Urlaub oder haben hier Verwandtschaft, oder ,flüchten‘ vor dem ,ungemütlichen‘ Wetter der Britischen Inseln", sagt Ingrid Eibl vom Reisebüro Panorama Tours in Salzburg, die seit 20 Jahren Hochzeiten für ausländische Brautpaare organisiert. Asiaten verbinden Österreich vor allem mit Mozart und Strauß, sagt Lindner: "Sie möchten in die österreichische Kultur eintauchen und heiraten gern in Tracht. Russen bevorzugen ein repräsentatives Palais in Wien oder ein Schloss, viele sehen die Location als Statussymbol." Organisiert wird dabei nicht nur die Trauung selbst und die Übersetzung der Dokumente, sondern auch Probeessen, Blumenschmuck, Hochzeitstorte und Musik sowie Brunch und Sightseeing am Tag nach der Trauung. Für Hochzeitsgesellschaften wurde bereits eine Walzerstunde vor dem Johann-Strauß-Denkmal im Wiener Stadtpark, ein Boot-Wettrennen auf der Alten Donau, eine Kutschenfahrt über den Wiener Ring oder Apfelstrudelbacken in der Hofbackstube im Schloss Schönbrunn veranstaltet, sagt Lindner.