Wien. Sinkende Gebühren, rückläufiger Flugverkehr, aber hohe Pensionsrückstellungen. Die Krise in der Luftfahrt zwingt die österreichische Flugsicherung Austro Control, über neue Sparideen nachzudenken. Denn die Flugsicherung hat zwar im Vorjahr ein Rekordergebnis von 14,9 Millionen Euro erzielt, unterm Strich aber einen Nettoverlust von 7,8 Millionen Euro geschrieben. Grund seien Pensionsrückstellungen von 18,8 Millionen Euro, sagte Austro-Control-Chef Heinz Sommerbauer am Mittwoch vor Journalisten. Er betonte, dass es sich vorerst um eine "rein bilanztechnische Maßnahme" handle und die Rückstellungen bei steigenden Zinsen wieder zurückfließen würden. Die Austro Control muss für die leistungsorientierten Pensionen im alten Kollektivvertrag Geld nachschießen, wenn die Pensionskasse nicht performt.

Bereits seit längerem gibt es einen Aufnahmestopp. Noch heuer will Vorstandschef Heinz Sommerbauer einen neuen Kollektivvertrag verhandeln, wie er am Mittwoch in der Bilanzpressekonferenz ankündigte.

Die Überfluggebühren der Austro Control wurden zwischen 2012 und 2014 im Rahmen des "Single European Sky Performance Scheme" jährlich um 2,6 Prozent gesenkt. Gleichzeitig gingen die Flugbewegungen im österreichischen Luftraum im Vorjahr um 1,7 Prozent auf 1,12 Millionen zurück. Die Landungen an den sechs heimischen Airports schrumpften um 4,8 Prozent auf knapp 200.000. Regelrecht "im freien Fall" sind die Flughäfen Linz und Klagenfurt.

Seit Jahresbeginn hat Austro Control 25 Drohnen zugelassen. Haupteinsatzzweck der Drohnen seien Film- und Fotoaufnahmen.