Johannesburg. (reu/apa/kle) Der deutsch-südafrikanische Möbelhandelsriese und Kika/Leiner-Eigentümer Steinhoff hat seine Pläne für einen Börsegang in Frankfurt offiziell gemacht. Sobald die Geschäftszahlen für das laufende Finanzjahr (per 30. Juni) vorliegen, Anfang September, sollen die Vorbereitungen für das Listing an der Frankfurter Börse beginnen, teilte Steinhoff mit. Der Firmensitz solle aber nicht nach Deutschland zurückverlagert werden. Das ursprünglich aus Westerstede bei Bremen stammende Unternehmen ist seit 1998 an der südafrikanischen Börse gelistet - mit einem Börsenwert von rund acht Milliarden Euro.

In Österreich hatte Steinhoff im Vorjahr die Möbelkette Kika/Leiner gekauft, auch in Frankreich und Großbritannien ist der Konzern vertreten. In Südafrika hält das Unternehmen die Mehrheit am Möbelhändler JD Group. In Deutschland ist Steinhoff vor allem für seine Poco-Möbelhäuser bekannt.

Steinhoff vor
Milliarden-Transaktion?


Die Börsenotierung in Johannesburg soll neben dem Listing in Frankfurt bestehen bleiben. Die Struktur des geplanten zweiten Börsegangs ließ Steinhoff in der Mitteilung offen. Branchenkenner rechnen jedoch mit einer Milliarden-Transaktion. In Medienberichten war zunächst davon die Rede, dass Steinhoff nur die Europa-Tochter an die Frankfurter Börse bringen wolle. Mit dem Erlös wolle Steinhoff die Entschuldung vorantreiben und sich Mittel für die Expansion beschaffen. In der ersten Hälfte des laufenden Finanzjahres setzte Steinhoff umgerechnet 6,2 Milliarden Dollar (4,6 Milliarden Euro) um.

Im Vorgriff auf den Börsegang in Frankfurt will Steinhoff die Beteiligung an seinem Industriegeschäft in Südafrika von 62 auf 45 Prozent reduzieren. Die Aktien an der KAP Industrial Holdings wurden am Dienstag bei Investoren platziert. Die ebenfalls börsenotierte KAP ist in der Logistik, im Personentransport, in der Forstwirtschaft sowie als Autozulieferer und Schuhhersteller tätig.