Wien. Fast 90 Prozent der österreichischen Arbeitnehmer leiden unter Stress und Leistungsdruck. Dadurch werden Produktivität und Motivation eingeschränkt. Zu diesem Schluss kommt eine Mercer-Studie unter 250 Firmen zum Thema betriebliches Gesundheitsmanagement.

75 Prozent der Unternehmen verfügen demnach über betriebliche Gesundheitsprogramme. Nur knapp 23 Prozent der österreichischen Kleinbetriebe bieten Maßnahmen zur Gesundheitsförderung an, bei Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern liegt die Quote bei 92 Prozent. Hauptmotive für die Implementierung betrieblichen Gesundheitsmanagements sind stärkere Mitarbeiterbindung und die Reduzierung der Krankenstände. Am häufigsten fallen Mitarbeiter aus, weil sie Beschwerden mit dem Bewegungsapparat haben, wie zum Beispiel Rückenleiden, gefolgt von Beschwerden, die in Zusammenhang mit Stress oder psychischen Erkrankungen kommen. Die Dauer von Krankenständen verursacht durch psychische Belastungen ist weitaus länger als die Dauer von Krankenständen in Zusammenhang mit Erkrankungen des Bewegungsapparats.

50 Prozent der Firmen möchten durch betriebliches Gesundheitsmanagement auch das Unternehmens-Image verbessern. "Betriebliche Gesundheitsprogramme können einen wesentlichen Unterschied zum Mitbewerber darstellen", sagt Mercer-Geschäftsführer Josef Papousek.

Kosten sind Hürde für KMU

Unternehmen ohne Gesundheitsmanagement begründen dies hauptsächlich mit fehlenden personellen und zeitlichen Ressourcen. Für Klein- und Mittelbetriebe (KMU) sind es vor allem die hohen Kosten, die betriebliches Gesundheitsmanagement verhindern. Förderungen werden von Klein- und Mittelbetrieben kaum in Anspruch genommen. Die Einführung einer Gesundheitsleistung ist in Österreich von der Anzahl der Mitarbeiter abhängig.

Papousek sieht Verbesserungspotenzial, so müsse das Thema als Ganzes in das Leitbild in das Unternehmen aufgenommen werden, idealerweise die Werte angepasst werden. Derzeit werde betriebliches Gesundheitsmanagement in Unternehmen als Neben-Benefit mitgeführt und daher auch nicht all zu sehr untersucht beziehungsweise evaluiert.