- © Klaus Tiedge/Blend Images/Corbis
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Wien. Stundenlang hat man im Internet mögliche Urlaubsziele recherchiert, Hotelkritiken auf mehreren Bewertungsplattformen gelesen und sich in Onlineforen über Ausflugstipps informiert - doch gebucht wird der Urlaub schlussendlich im Reisebüro. "Immer mehr Kunden kommen extrem gut informiert ins Reisebüro", sagt Kathrin Limpel, Sprecherin von TUI Österreich.

Jede zweite Buchung beginnt im Internet und endet im Reisebüro, so das Ergebnis einer Studie von Google, GfK und TUI zum Buchungsverhalten der Deutschen aus 2013, die laut TUI auch auf Österreicher umgemünzt werden kann. Viele Kunden schätzen persönliche Beratung - und wollen sich ihre Recherche rückbestätigen lassen, so Limpel. "Nicht alle Kunden wollen im Internet zahlen", nennt sie einen weiteren Grund dafür, dass sich Reisebüros gegenüber reinen Internet-Anbietern von Ab-in-den-Urlaub bis Expedia behaupten können.

Zahl der Reisebüros steigt leicht an


Die Anzahl der Reisebüros ist in den vergangenen Jahren leicht gestiegen - im Vorjahr gab es 2650 Reisebüros in Österreich. Der Umsatz der Reiseveranstalter und -büros - zuletzt rund vier Milliarden Euro - wächst stärker als die Gästezahl, weil der Trend zu hochwertigen Unterkünften geht.

Online gebucht werden vor allem Flüge, Unterkünfte und Aufenthalte, die selbst einfach zusammengestellt werden können - etwa Flug und Unterkunft für eine Städtereise. Bei komplexeren Buchungen - etwa eine Rundreise mit anschließendem Badeaufenthalt - zieht es Kunden ins Reisebüro. Auch Pauschalurlaub wird zu 80 Prozent offline gebucht, wie die Studie ergeben hat. "Die Vielfalt der Angebote im Internet überfordert viele Kunden", sagt Josef Peterleithner, Präsident des Österreichischen Reiseverbandes.

Urlaubsflugreisen werden etwas häufiger im Reisebüro fixiert: 22 Prozent der Reisenden haben die Anreise mit dem Flugzeug im Reisebüro gebucht, 18 Prozent im Internet, heißt es vom Institut für Freizeit- und Tourismusforschung. Der Rest der Befragten reiste selbst an den Urlaubsort. Die Internetbuchung holt gegenüber Reisebüros auf, 15- bis 29-Jährige reservieren Flugreisen bereits häufiger online. Online-Anbieter verschenken allerdings Umsätze, weil sie zu wenig auf Kundenwünsche eingehen - zu diesem Schluss kommt das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT, das zehn deutsche Online-Reiseportale wie lastminute.de und opodo.com anhand von drei Urlaubsszenarien (Familienurlaub in Spanien, Flitterwochen und Flugrundreise in den USA und Kanada) getestet hat. Die Buchung stellte sich häufig als umständlich heraus - zum Teil waren Auswahlkriterien nicht auffindbar, etwa "Kindersicherheit" und "Nachtruhe" für den Familienurlaub. Bei der Flugreise konnten Flüge nur bei einem Anbieter anhand der Ankunftszeit gesucht werden. "Bei der Gestaltung der Suchmasken und Suchkriterien sollten die Kundenbedürfnisse mehr berücksichtigt werden", lautet das Resümee von Studienautorin Britta Hofmann.