Graz. Österreich ist nach China der zweitgrößte Importeur von Holz weltweit. Dies geht aus einer Studie von Wissenschaftern des Instituts für Systemwissenschaften, Innovations- und Nachhaltigkeitsforschung (ISIS) der Universität Graz hervor. Darin wurden erstmals die Daten von Ernte und Import sowie Verbrauch und Export für alle land- und forstwirtschaftlichen Güter verglichen.

Die Grazer Studie hat das Aufkommen der Jahre 1995 bis 2012 näher unter die Lupe genommen. Dabei hat sich speziell im Bereich Holz eine drastische Situation in Bezug auf den Holzimport gezeigt. Aus der Untersuchung ging hervor, dass Österreich 8,1 Millionen Festmeter Holz im Jahr 2012 importiert hat und somit der weltweit zweitgrößte Holzimporteur war. Mit großem Abstand auf Platz eins rangiert China mit rund 38 Millionen Festmetern, Platz drei wird von Schweden (7,3 Millionen Festmeter) eingenommen, heißt es in der Mitteilung der Universität am Dienstag. Herkunftsländer der Holzimporte sind in erster Linie Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Polen und die Ukraine.

Laut Studie sind im Jahr 2010 an die 17 Prozent der verfügbaren Holzmenge in Österreich direkt der thermischen Nutzung zugeführt, also verbrannt worden.

Die Abhängigkeit Österreichs von Importen von land- und forstwirtschaftlicher Biomasse generell habe im Untersuchungszeitraum stetig zugenommen, schilderte der Experte. Laut Alfred Posch, Studiendekan der umweltwissenschaftlichen Fakultät, hat sich zwischen 1995 und 2010 die Lücke zwischen heimischen Biomassekonsum und der Ernte verdoppelt. "Der Verbrauch überstieg in diesem Zeitraum die heimische Extrahierung um 5,4 Millionen Tonnen", hielt Posch fest.