Wien. (kle) Erst vor wenigen Tagen hat die Investmentbank Goldman Sachs ihre Kaufempfehlung für die Aktien des Baustoffkonzerns Wienerberger bestätigt und das Kursziel hinaufgesetzt. Mit dem Unternehmen, das eine lange Durststrecke hinter sich hat, scheint es in der Tat weiter bergauf zu gehen. Dabei hilft vor allem, dass sich die Baukonjunktur in wichtigen europäischen Märkten zu erholen beginnt.

Einer dieser Kernmärkte ist für Wienerberger Großbritannien, wo staatliche Förderprogramme den Häusermarkt und die Bautätigkeit wieder in Schwung gebracht haben. Die lebhafte Nachfrage ist der Grund, warum der Ziegelhersteller nun seine dortigen Kapazitäten aufstockt. So fährt der börsenotierte Konzern zum einen zusätzliche Schichten, zum anderen nimmt er die beiden zuvor eingemotteten Werke in Ewhurst und Hartlebury wieder in Betrieb. Das soll die jährliche Ziegelproduktion um rund 200 Millionen Stück erhöhen.

Zuletzt sei es in Großbritannien bei Baustoffen bereits zu Lieferengpässen gekommen, berichtete Wienerberger am Donnerstag weiter. Für heuer gehen Experten von insgesamt rund 165.000 Baubeginnen in England aus, was im Vergleich zum vergangenen Jahr um rund 23.000 mehr wäre.

Gewinnprognose unverändert


Wirksam für das Ergebnis wird die gesteigerte Nachfrage bei Wienerberger allerdings erst 2015. "Wir sind schon zu Jahresbeginn von einer deutlich positiven Entwicklung in Großbritannien ausgegangen und haben das bereits in unseren Ergebnisschätzungen für das Gesamtjahr berücksichtigt", sagt Wienerberger-Chef Heimo Scheuch. Die Nachfrage übersteige zwar die Erwartungen, aber dafür hätten sich einige andere westeuropäische Länder wie die Niederlande und Frankreich im bisherigen Jahresverlauf schwächer entwickelt. Indes wird in Deutschland, neben Großbritannien ebenfalls ein Kernmarkt für Wienerberger, wieder mehr gebaut. Auch Polen gilt als Hoffnungsträger.

Das Jahresziel von rund 300 Millionen Euro beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bestätigte Scheuch am Donnerstag. 2013 hatte das Ebitda 266,5 Millionen Euro betragen.

Die Restrukturierung des Konzerns gilt mit vorigem Jahr als abgeschlossen. Nach Ausbruch der Wirtschaftskrise 2009 hatte Wienerberger rund 60 Werke weltweit geschlossen und etwa 3000 Stellen abgebaut. Mittlerweile hat die Gruppe wieder mehr als 210 Werke am Laufen. Gleichzeitig ist auch der Personalstand deutlich aufgestockt worden - um gut 700 Mitarbeiter auf knapp 13.800.

Dennoch hat Wienerberger im Vorjahr 19 Millionen Euro eingespart, heuer sollen die Kosten noch einmal um 17 Millionen sinken. Das Ziel von insgesamt 50 Millionen Euro will der Wienerberger-Konzern noch mit Ablauf dieses Jahres schaffen.