Wien. (reu/afm/kle) Die teilstaatliche OMV hat im zweiten Quartal wegen Produktionsausfällen im krisengeplagten Libyen und technischer Probleme in Kasachstan weniger Öl und Gas gefördert. Gegenüber dem Vorquartal sank die Gesamtproduktion um fünf Prozent auf 297.000 Barrel Öl-Äquivalent pro Tag, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Dazu kommen Wertberichtigungen in Tunesien und Kasachstan, die das operative Ergebnis des zweiten Quartals um insgesamt 145 Millionen Euro drücken.

Die OMV erhält in Friedenszeiten etwa ein Zehntel ihrer Förderung aus Libyen. Doch nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi bremsen die anhaltenden Unruhen in dem nordafrikanischen Land die Ölförderung. Nachdem die Produktion zu Jahresbeginn wieder angelaufen war, stehen die Anlagen seit Mitte März erneut komplett still. Dagegen stiegen die Produktionsmengen in Norwegen, Österreich und Rumänien.

Im Geschäft mit der Weiterverarbeitung von Rohöl zu Treibstoffen stiegen die Renditen geringfügig, vor allem, weil sich die Spannen im Benzin-Geschäft verbesserten. Die entsprechende Raffineriemarge lag im zweiten Quartal bei 1,92 nach 1,63 Dollar je Barrel im Vorquartal.

An der Wiener Börse rutschte der Aktienkurs der OMV am Mittwoch im Handelsverlauf um 1,4 Prozent auf 30,96 Euro ab. Die Analysten des Instituts Kepler Chevreux bestätigten gestern ihr Kursziel von 31 Euro und empfehlen Anlegern, ihre OMV-Aktien zu halten.