• vom 11.09.2014, 16:21 Uhr

Österreich

Update: 11.09.2014, 16:28 Uhr

ÖBB

Ederer rückt an Aufsichtsratsspitze der Bundesbahn




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  • Nachfolgerin des verstorbenen Horst Pöchhacker.

Wien. Die frühere Siemens-Vorstandsdirektorin und Ex-Europa-Staatssekretärin Brigitte Ederer ist heute Donnerstag einstimmig zur Aufsichtsratspräsidentin der ÖBB gewählt worden. Sie wird damit Nachfolgerin des im August verstorbenen langjährigen Aufsichtsratspräsidenten Horst Pöchhacker. Gestern hatte sich Infrastrukturminister Alois Stöger (SPÖ) für Ederer ausgesprochen, ihre Wahl galt damit als fix.

ÖBB-Vorstandschef Christian Kern streute der neuen Aufsichtsratspräsidentin Rosen. Ederer sei "aufgrund ihrer internationalen Industriekarriere eine exzellente Wahl. Sie ist eine profunde Managerin mit langjähriger Erfahrung". Die rasche und einstimmige Entscheidung im Aufsichtsrat sichere dem Unternehmen nun wertvolle Zeit bei der Entwicklung von Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft.

Information

Brigitte Ederer, 58, ist in Floridsdorf in einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Ihre Mutter, ursprünglich aus dem Waldviertel, arbeitete als Putzfrau und war alleinerziehend, eine Karriere in Politik und Wirtschaft nicht vorhersehbar. Die Bildungspolitik der 70er-Jahre änderte dies, noch während ihrer Hochschulzeit begann Ederer in der volkswirtschaftlichen Abteilung der Arbeiterkammer zu arbeiten, in der sie bis 1992 blieb.

Parallel, ab 1983, war sie Nationalratsabgeordnete der SPÖ, ehe sie Bundeskanzler Franz Vranitzky als Integrationsstaatssekretärin in die Regierung berief. Gemeinsam mit Außenminister Alois Mock verhandelte Ederer Österreichs Beitritt zur Europäischen Union 1995, anschließend war sie kurz Bundesgeschäftsführerin der SPÖ sowie Finanzstadträtin in Wien.

2000 folgte der Wechsel in die Wirtschaft zu Siemens, zuerst als Generaldirektorin in Österreich, dann als Vorstand in München. 2013 wurde ihr Dienstverhältnis beendet.


Güterverkehr durch schwache Konjunktur betroffen
Die schwache Konjunktur in Europa, insbesondere das weiter lahmende Niveau der industriellen Produktion, wirke sich negativ auf die Entwicklung des gesamten Schienengüterverkehrs und damit auch auf die Rail Cargo Group aus. "Das Güterverkehrsunternehmen der ÖBB hat zwar ein wirtschaftlich erfolgreiches erstes Halbjahr 2014 absolviert, ist aber derzeit mit einer massiven konjunkturellen Eintrübung konfrontiert", so Kern am Donnerstag in einer Aussendung.

Im Bereich des Personenverkehrs seien weitere Investitionen in die Flotte nötig, um das Unternehmen noch stärker am Markt auszurichten. Auch bei der Weiterentwicklung der Unternehmensorganisation müsse man "flexiblere Lösungen" finden.

Lob von SPÖ-Verkehrssprecher
Lob für Ederer kam auch vom SPÖ-Verkehrssprecher Anton Heinzl, Ederer sei wegen ihrer langjährigen internationalen Erfahrungen in der Industrie und ihrer Kenntnisse über den Wirtschaftsstandort Österreich eine "hervorragende Wahl".

Ederer sitzt seit März als Eigentümervertreterin im Aufsichtsrat der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Im September 2013 war sie aus dem Siemens-Konzernvorstand vorzeitig ausgeschieden.




Schlagwörter

ÖBB, Brigitte Ederer

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2014-09-11 16:22:29
Letzte Änderung am 2014-09-11 16:28:43


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