Wien. Die Arbeitslosigkeit ist im September weiter gestiegen: Ende September waren 369.043 Menschen ohne Job, um 9,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition stieg im Jahresabstand um 0,7 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent; sie ist damit so hoch wie im August.

Vor allem die europäische Wirtschaft komme nach wie vor nicht in Schwung, heißt es dazu aus dem Sozialministerium. Zudem führe die europaweit hohe und weiter steigende Arbeitslosigkeit zu stagnierenden Konsumausgaben, die Investitionen der Unternehmen seien entsprechend verhalten.

Die Anzahl der vorgemerkten Arbeitslosen legte gegenüber dem Vorjahr um 11,8 Prozent auf 292.135 zu, bei den Schulungsteilnehmern des AMS war der Anstieg mit 3,4 Prozent auf 76.908 geringer. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten stieg um 0,4 Prozent auf rund 3,546.000.

AMS Wien: Mehr offene Stellen, mehr vermittelte Jobs
Die Zahl der beim AMS Wien als arbeitslos vorgemerkten Personen ist im September 2014 im Jahresvergleich um 14,5 Prozent auf 101.887 gestiegen, meldete das AMS in einer Aussendung. Die Zahl der AMS-Kundinnen und -Kunden in Schulung ist in Wien um 4,4 Prozent auf 31.654 angewachsen, die Summe beider Gruppen um 11,9 Prozent.

Die Zahl der unter-20-jährigen Arbeitslosen ist im September im Jahresvergleich um 4,5 Prozent gesunken. Auch lag der Zuwachs der Über-50-Jährigen auf Jobsuche (+ 14,3 Prozent) im September sogar geringfügig unter dem Durchschnitt.

"Das zeigt uns, dass unsere Bemühungen um diese beiden wichtigen Zielgruppen auch greifen", sagt AMS-Wien-Chefin Petra Draxl. Im September hat das AMS Wien ein 30 Millionen Euro umfassendes Pakets für Arbeitsuchende über 50 auf Schiene gebracht, von dem jährlich 16.000 Menschen profitieren sollen. "Für sie haben wir jetzt ein sehr individuelles Angebot, das auf ältere Arbeitsuchende zugeschnitten ist", sagt Draxl.

Der Wiener Arbeitsmarkt hat im September eine starke Dynamik gezeigt. Der Neuzugang an offenen Stellen, die die Wiener Unternehmen dem AMS Wien gemeldet haben, ist um 10,9 Prozent gestiegen; zugleich ist der Abgang an offenen Stellen (das sind im Wesentlichen jene, die das AMS passend besetzen konnte) um 12,7 Prozent angewachsen.

Nach wichtigen Branchen betrachtet, ist die Zahl der Arbeitslosen in der Warenproduktion und im Einzelhandel um jeweils 10,3 Prozent gestiegen, im Tourismusbereich um 13,4 Prozent und im Bau um 20,9 Prozent.