Wien. Knapp mehr als eine Woche nach der überraschenden Gewinnwarnung der Raiffeisen Bank International (RBI) sind nun brisante Marktgerüchte aufgetaucht. Kolportiert wird, dass Bankchef Karl Sevelda seinen Vorstandsvertrag nicht wie im Vorjahr vereinbart bis Mitte 2017 erfüllen, sondern früher aus der Führungsriege ausscheiden werde.

Wie es heißt, soll die ziemlich große Bandbreite von 50 bis 500 Millionen Euro, die der 64-Jährige kürzlich für den nun erwarteten heurigen Verlust genannt hat, für Irritationen und Verunsicherung bei vielen RBI-Investoren gesorgt haben. Mit einem Börsenkurs von 16,80 Euro markierte die Raiffeisen-Aktie am Donnerstag ein neues Jahrestief.

Brandstetter ante portas?

Ein Nachfolger für Sevelda, der im Juni 2013 für den wegen privater Geschäfte in Steueroasen zurückgetretenen Herbert Stepic gekommen war, wird bereits genannt. Den Marktgerüchten zufolge soll Andreas Brandstetter (45) an die Vorstandsspitze der RBI wechseln. Brandstetter sitzt derzeit im Chefsessel der börsenotierten Uniqa-Versicherung, einer Raiffeisen-Beteiligung. Das Zepter führt er dort seit Juli 2011.

Bei Raiffeisen werden die Gerüchte dementiert. Sevelda genieße weiterhin das Vertrauen des RBI-Aufsichtsratschefs Walter Rothensteiner, und er sei auch "nicht amtsmüde", heißt es.

Unterdessen sagte Sevelda am Mittwochabend am Rande einer Veranstaltung, dass die RBI-Dividende für heuer fix ausfallen werde. Bisher war das noch nicht definitiv gewesen.