Das Rotkäppchen-Syndrom ist eine der typischen "Manager-Krankheiten". - © fotolia/olly
Das Rotkäppchen-Syndrom ist eine der typischen "Manager-Krankheiten". - © fotolia/olly

Wien. Sie halten sich für unfehlbar, demütigen Untergebene, nerven mit sinnlosen Meetings oder versprechen das Blaue vom Himmel - solche "verhaltensoriginelle" Führungspersönlichkeiten hat wohl jeder schon "genossen".

Für den deutschen Executive-Coach Klaus Schuster sind derart schlechte Angewohnheiten schlicht Symptome für schwere "Manager-Krankheiten", abseits von Burn-out oder Magengeschwüren. Denn: "Was die Ärzteschaft für Manager-Krankheiten hält, darüber können echte Führungskräfte nur lachen", behauptet Schuster in seinem neuen Buch. "Die echten Krankheiten, mit denen Manager ihre Karriere und das Weltfinanzsystem, ihre Unternehmen, den Jahresbonus und sich selbst ruinieren - die sind tabuisiert." Schuster bricht dieses Tabu pointiert und humorvoll und liefert zu jedem Krankheitsbild - von der "Alphatier-Tollwut" bis hin zur "Zampanitis" - auch gleich die passende Therapie.

Die Alphatiertollwut: Eigentlich haben Alphatiere im Management nichts verloren. "Alphatiere wollen nicht managen, sie wollen gewinnen", stellt Schuster klar. "Das empfinden sie unbewusst als so geil, so irre, dass sie nicht mehr damit aufhören können."

Anders als im Tierreich lösen Unterwerfungsgesten bei menschlichen Alphatieren statt Beißhemmung häufig einen Blutrausch aus. Fremdtherapie hilft hier also rein gar nichts. Schuster: "Dafür ist die Eigentherapie einfach. Man muss sich nur bewusst machen: Je heftiger einer prügelt, desto heftiger lässt er die Hose runter und gesteht: Ich hab’s nötig! Ich fühle mich nur dann groß, wenn ich andere kleinmachen kann!" Wird dem Alphamenschen das klar (gemacht), beißt er sich künftig lieber in den eigenen Hintern, als andere verbal zu zerfleischen.

Der Cäsaren-Wahn: Es ist Wochenende und Ihr Vorgesetzter bombardiert Sie trotzdem mit E-Mails? Dann leidet er höchstwahrscheinlich unter Cäsaren-Wahn, der Berufskrankheit im Management schlechthin, mit exorbitant hoher Ansteckungsgefahr. "Wer auch nur eine Woche das Kommando hat, ist danach zwangsläufig infiziert. Deshalb erwischt der Wahn auch viele Mütter, Väter, Lehrer, Trainer", warnt Schuster. Und: "Einem Cäsaren etwas weiszumachen funktioniert selten - siehe Nero." Also hilft auch hier nur Eigentherapie und Selbsterkenntnis. Zum Beispiel mittels folgendem Immun-Mantra: "Ein Großer, der einem Kleinen keinen Respekt zeigt, ist nicht wirklich groß."