Wien/Linz/Moskau/Belgrad. Der oberösterreichische Stahlkonzern voestalpine prüft zu Stunde, inwieweit ihn die Aufgabe des russisch-europäischen Pipelineprojekts South Stream betrifft. Der Konzern stehe mit seinem langjährigen russischen Projektpartner OMK derzeit in Kontakt, um die weitere Vorgehensweise abzustimmen, teilte Unternehmenssprecher Peter Felsbach mit.

"Ob es zu einem Lieferstopp für die aktuellen Lieferungen der zweiten Röhre von South Stream kommt, ist derzeit noch nicht absehbar", so Felsbach. Bei einem zweiten Teilauftrag geht es früheren Marktschätzungen zufolge um ein Volumen von 100 Millionen Euro.

Erster Teilauftrag bereits im Sommer abgearbeitet

Den ersten Teilauftrag - ebenfalls im Volumen von rund 100 Millionen Euro - hätte die voestalpine bereits heuer im Sommer vollständig abgearbeitet und an South Stream ausgeliefert. Die voestalpine Grobblech GmbH, die zum Konzernbereich Steel Division gehört, ist laut Felsbach aber auch "abseits von South Stream gut ausgelastet". Der Linzer Stahlkonzern voestalpine hat für den Bau der Pipeline heuer
bereits Aufträge von rund 200 Millionen Euro an Land gezogen. Ein
Endpunkt ist auch beim Gasknoten Baumgarten im östlichen
Niederösterreich vorgesehen.

OMV-Chef Gerhard Roiss und Gazprom-Chef Alexej Miller hatten im Juni in Wien den Bau des kurzen österreichischen Abschnitts von South Stream vertraglich fixiert. Von der OMV gibt es bis dato nur die Äußerung, die Lage eingehend analysieren zu wollen. Die voest prüft zur Stunde, inwieweit sie die Aufgabe des Pipelineprojekts betrifft.

120.000 Tonnen hochfeste Röhrenbleche

Im Moment werden für den Offshore-Abschnitt der Gaspipeline South Stream, die Russland mit Mitteleuropa verbindet, bis zum Frühjahr 2015 120.000 Tonnen hochfeste Röhrenbleche produziert. Wie schon bei der ersten Röhre ging gut ein Drittel des Auftragsvolumens an das russische Rohrwerk OMK, das wiederum rund die Hälfte seines Bedarfs an Grobblech aus Linz bezieht. Der South-Stream-Auftrag war von den EU-Sanktionen gegen Russland nicht betroffen.