Nach Eintippen des Abholcodes öffnet sich das Fach der Abholstation, in dem die bestellten Produkte gelagert sind. - © Unimarkt/Michael Hügel
Nach Eintippen des Abholcodes öffnet sich das Fach der Abholstation, in dem die bestellten Produkte gelagert sind. - © Unimarkt/Michael Hügel

Wien. (sf) Raus aus der Firma, noch schnell die bestellten Lebensmittel aus der Abholstation bei der U-Bahn-Haltestelle abholen und dann ab nach Hause: So könnte bald der Einkauf aussehen, wenn man keine Zeit oder Lust für den Weg in einen Supermarkt hat. Die oberösterreichische Handelsgruppe Pfeiffer, zu der Zielpunkt und Unimarkt gehören, plant bis März 2016 in Wien 30 Zielpunkt-Abholboxen an hochfrequentierten Lagen wie Bürotürmen oder U-Bahn-Stationen aufzustellen. Mögliche Standorte werden noch gesucht. Für Einkäufer im Unimarkt-Onlineshop sollen bis dahin 20 Abholstationen zur Verfügung stehen.

Wer im Onlineshop bis 11 Uhr bestellt, kann ab 13 Uhr die georderten Produkte mitnehmen. Die Abholstationen verfügen über drei Temperaturzonen: Für ungekühlte, gekühlte und tiefgefrorene Produkte. Seit einigen Monaten ist die Station in der Unimarkt-Zentrale im Testbetrieb, sagt Erich Schönleitner, Geschäftsführer der Pfeiffer Handelsgruppe.

Bereits ab dem ersten Quartal 2015 wird Zielpunkt in Kooperation mit der Post AG in Wien mit der Hauszustellung starten. Auch bei den Investitionen legt die Handelskette den Fokus auf die Bundeshauptstadt, in der sich 138 Zielpunkt-Filialen befinden: Um zwei Millionen Euro werden die Eingangsbereiche von 70 bis 80 Standorten neu gestaltet. Das Sortiment an Snacks und Ethnoprodukten (mit Fokus auf Serbien, Kroatien und die Türkei) soll erweitert werden, kündigte Roland Malli, Geschäftsführer von Zielpunkt und Unimarkt, an. Eine schwarze Null will Zielpunkt im Geschäftsjahr 2016/17 erreichen - aufgrund der Übernahme der Schirnhofer-Feinkosttheken in den Filialen samt 730 Mitarbeitern ein Jahr später als geplant.

Das Schwesterunternehmen Unimarkt liefert bereits in Oberösterreich und Teilen Niederösterreichs. Dabei können Konsumenten zwischen einer Zustellung am nächsten Tag (ab 40 Euro gratis) und einer Hauszustellung am selben Tag bis 21 Uhr - gegen einen Zuschlag von 4,90 Euro - wählen. Bei der Abholstation ist das Service ebenfalls ab 40 Euro Bestellwert kostenlos, unter 20 Euro fallen 6,90 Euro und zwischen 20 und 40 Euro 2,90 Euro an.

Derzeit werden knapp zwei Prozent des Umsatzes im Lebensmittelhandel online erzielt - während bereits jedes dritte Paar Schuhe im Internet bestellt werde, so Malli. Erfahrungen aus der Schweiz haben laut Schönleitner gezeigt, dass die Einkaufsbeträge beim Onlineshoppen deutlich über jenen im Geschäft liegen.

Merkur-Onlineshop startet 2015


Auch die Konkurrenz stellt sich auf den zunehmenden Einkauf im Internet ein: Billa hat im November das Zustellgebiet seines Onlineshops ausgeweitet und liefert nun neben Wien und Wien Umgebung auch in Graz, Linz und Salzburg nach Hause. Kunden, die bis 10 Uhr am Vormittag bestellen, erhalten ihre Ware am selben Tag zwischen 18 und 21 Uhr geliefert. Je 50 Kilogramm werden 5,99 Euro in Rechnung gestellt. Einen Euro Servicegebühr kostet dagegen die Selbstabholung. Das Pick-up-Service wird in zwei Wiener Filialen sowie in je einem Billa-Markt in Linz, Graz und Salzburg angeboten. Wird vor 12 Uhr bestellt, kann die Kiste mit den georderten Produkten zwischen 17 und 20 Uhr abgeholt und mit Bankomat- oder Kreditkarte bezahlt werden. Dafür wurde in den Filialen ein eigener Bereich samt Parkplätzen eingerichtet.

Auch die Handelskette Merkur, die wie Billa zum Rewe-Konzern gehört, will 2015 mit einem Onlineshop für Privatkunden in Wien starten. In zwei Jahren will Merkur österreichweit liefern. Derzeit richtet sich der Shop an Geschäftskunden.

In Innsbruck und Umgebung liefert MPreis bereits - über seinen Onlineshop TanteM.at - gegen eine Liefergebühr von drei Euro Lebensmittel aus. Spar verkauft dagegen derzeit online keine Lebensmittel - außer Wein.