• vom 10.12.2014, 17:56 Uhr

Österreich


Volksbanken

ÖVAG verkauft rumänische Problemtochter an Banca Transilvania




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  • Verträge unterzeichnet, Abschluss der Transaktion in erster Hälfte 2015.

Wien. (kle) Die teilverstaatlichte Volksbanken AG (ÖVAG) ist ihre Rumänien-Tochter, ein langjähriges Sorgenkind, los. Die rumänische Banca Transilvania kauft ihr die Volksbank Romania ab. Acht Monate war verhandelt worden. Wie die ÖVAG nun mitteilte, wurde der Deal am Mittwoch mit der Unterzeichnung der entsprechenden Verträge besiegelt. Jetzt müssen noch die Wettbewerbsbehörden und Rumäniens Nationalbank zustimmen. Mit dem Abschluss der Transaktion rechnet die ÖVAG für das erste Halbjahr 2015.

Die Rumänien-Tochterbank der ÖVAG war vor mehr als zwei Jahren vom Verkauf des Osteuropa-Geschäfts (VBI) an die russische Sberbank ausgespart worden. Die Russen wollten das defizitäre Institut nicht haben. Daher musste die ÖVAG die rumänische Bank selbst restrukturieren und ihr auch immer wieder viel frisches Kapital zuschießen, um Löcher in der Bilanz zu stopfen.


Die Volksbank Romania hat 135 Filialen, 190.000 Kunden und eine Bilanzsumme von 3,1 Milliarden Euro. Neben der ÖVAG, die bisher mit 51 Prozent beteiligt ist, verkaufen auch folgende Aktionäre ihre Anteile: die französische Groupe BPCE (24,5 Prozent) und die deutschen Institute DZ Bank (16,36 Prozent) und WGZ Bank (8,14 Prozent).

Keine Angaben zum Preis
Zu welchem Preis verkauft wird, gab die ÖVAG nicht bekannt. Beobachter gehen allerdings davon aus, dass die Banca Transilvania (größter Aktionär ist die Osteuropa-Bank EBRD) wohl kaum mehr als einen "symbolischen Preis" zahlt, die Verkäufer für den Exit vielmehr noch etwas drauflegen müssen. Den Buchwert ihrer rumänischen Problemtochter hatte die ÖVAG in ihrer Bilanz schon 2011 voll abgeschrieben.

Für die Volksbanken AG ist der Verkauf der Bank, für den Brüssel eine Frist bis Ende 2015 gesetzt hat, ein weiterer wichtiger Schritt bei der Erfüllung des EU-Restrukturierungsplans.

Den jüngsten Stresstest der europäischen Bankenaufsicht hatte die ÖVAG nicht bestanden. Da die Eigentümer, die regionalen Volksbanken und der Staat, nicht bereit waren, die Kapitallücke zu schließen, kündigte die Bank ihre Abwicklung an. Die lebensfähigen Teile und zentralen Lenkungsaufgaben für den Volksbankensektor sollen in der ersten Hälfte 2015 auf die Volksbank Wien übergehen. Der Rest wird abgewickelt: Die ÖVAG soll in ihrer derzeitigen Form vom Markt verschwinden.




Schlagwörter

Volksbanken, ÖVAG, Verkauf, Rumänien

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Dokument erstellt am 2014-12-10 17:59:02


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