Wien. Die Raiffeisenbank International (RBI) hat laut einem Bericht der US-amerikanischen Nachrichtenagentur Bloomberg die Aufmerksamkeit von EU- und US-Behörden auf sich gezogen, da ihre Moskau-Tochter ZAO Raiffeisenbank Co-Manager eines zehn Milliarden Rubel schweren Bondverkaufs durch die russische Bank VEB war. Die RBI bestreitet einen möglichen Bruch von Sanktionen.

"RBI hält die Sanktionen vollständig ein und achtet auch darauf, dass in der Gruppe nach Maßgabe der fachlichen und rechtlichen Möglichkeiten und Notwendigkeiten der lokalen Märkte die Sanktionen umgesetzt werden", sagte RBI-Sprecherin Ingrid Krenn-Ditz am Mittwochabend zur APA. Bei dem VEB-Geschäft habe es sich um ein rein lokales Geschäft gehandelt, ohne Beteiligung der RBI.

Laut Bloomberg versuchen US- und EU-Behörden derzeit festzustellen, ob die Transaktion alleine von der russischen Raiffeisen-Tochter gehandhabt wurde. Die Nachrichtenagentur beruft sich dabei auf eine mit der Sache vertraute Person.

Die im Zuge der Ukraine-Krise gegen Russland verhängten Strafmaßnahmen verbieten US- und EU-Banken langfristige Kreditvergaben an russische Banken und diverse andere Geschäfte mit diesen. Allerdings wäre es lokalen Tochtergesellschaften nicht verboten, an solchen Geschäften wie jenen der VEB teilzunehmen, solange die Deals nicht von EU- und US-Bürgern durchgeführt werden beziehungsweise solange die Finanzprodukte nicht international verkauft werden. "Wenn es der Fall ist, dass Wien involviert war, muss man sich fragen, ob sie die Sanktionen gebrochen haben", zitiert Bloomberg Thorsten Beck, Professor an der Cass Business School in London. Er könne nicht glauben, dass eine solche Entscheidung nur in der Tochterbank getroffen worden ist und niemand in der Mutterbank involviert war, so Beck.