Wien. Die öffentlichen Budgets "hängen" derzeit im Ausmaß von 2,7 Milliarden Euro in Franken-Krediten, mit dem Franken-Kurs von gestern Abend sind es plötzlich 3,1 Milliarden. Im Vergleich zur Gesamtschuld der Republik in Höhe von 285 Milliarden Euro ist das nicht viel. Allerdings konzentriert sich die Summe im Wesentlichen auf Städte und Gemeinden. Und die haben deutlich geringe Budgets zur Verfügung, es kann also durchaus in mancher Gemeinde zu Problemen kommen, wenn der Schweizer Franken nicht wieder an Wert verliert.

Auf österreichische Bundes-Anleihen habe dies keine Auswirkungen, sagte die Chefin der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur ÖBFA, Martha Oberndorfer, am Donnerstag im Klub der Wirtschaftspublizisten. "Wir haben keine Fremdwährungsrisiken", so Oberndorfer, die mit positiven Effekten auf Österreichs Wirtschaft rechnet. Vor allem der Winter-Tourismus ist nun im Vergleich zu den Schweizer Skiorten günstiger geworden.

Von der Summe in Höhe von 2,7 Milliarden entfällt etwa die Hälfte auf Wien. Die Bundeshauptstadt hat zwar Frankenkredite vor zwei Jahren gestoppt, sich davor aber recht üppig in Fremdwährung verschuldet. "Wir realisieren den Verlust ja nicht, sondern warten ab, bis sich der Kurs wieder normalisiert", sagte Finanz-Stadträtin Renate Brauner. Sollte allerdings ein Franken-Kredit in Kürze abreifen, bliebe wenig anders übrig, als die Verluste hinzunehmen. Im Rathaus wird allerdings auch darauf hingewiesen, dass man sich bisher dadurch auch viel Geld ersparte.

Ein Problem ist die Entwicklung wohl auch für Linz: Der gerichtsanhängige Franken-Swap mit der Bawag hat die Verluste deutlich ausgeweitet.