Wien. (sf) Pro Werktag werden 110 Unternehmen in Österreich neu gegründet. Im Vorjahr machten sich 37.120 Personen selbständig. Das dritte Mal in Folge ist im Vorjahr die Zahl der Gründungen in Österreich geringfügig gestiegen. Darin enthalten sind 8630 Personenbetreuer, die überwiegend in der Pflege tätig sind und ihren Wohnsitz oft in Osteuropa haben. Ohne Personenbetreuer wurden 277 Unternehmen mehr als im Jahr zuvor gegründet.

Die Relation zwischen Neugründungen und "Sterbefällen" von Unternehmen liege nach wie vor bei fünf zu eins, so Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl. Nach drei Jahren bestehen demnach noch acht von zehn Unternehmen, nach fünf Jahren existieren noch 68 Prozent.

Frauenanteil bei 43,5 Prozent


Die meisten Unternehmen wurden als gewerbliche Dienstleister gegründet, darunter fallen Sicherheitsfachkräfte, Personaldienstleister und Berufsdetektive. Danach folgen Unternehmensberatung und Informationstechnologie sowie Werbung und Marktkommunikation. Der Frauenanteil unter den Gründern stieg minimal von 43,3 auf 43,5 Prozent. Im Durchschnitt sind Gründer 37,4 Jahre alt. Drei von vier neuen Unternehmen sind nicht eingetragene Einzelunternehmen. Die GmbH als Rechtsform wählten 14,7 Prozent der Gründer, nach 11,3 Prozent 2012. Hier wirkt sich aus, dass für die GmbH seit der umstrittenen Reform 2013 nur 10.000 statt 35.000 Euro Mindeststammkapital notwendig sind.

Für mehr Gründungen brauche es mehr Betreuungsangebote für Unter-Dreijährige und Nachmittagsbetreuung an den Schulen, so Leitl. Die Junge Wirtschaft fordert unter anderem die Abschaffung der Lohnnebenkosten für den ersten Mitarbeiter sowie die Halbierung der Lohnnebenkosten des zweiten Mitarbeiters jeweils im ersten Jahr der Anstellung.