Wien. (apa/kle) Die US-Ratingagentur Moody’s dehnt ihre Prüfung von vier beim EZB-Stresstest durchgefallenen Banken - darunter die teilverstaatlichte Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) - aus. Wegen des großen Kapitallochs könnten die Behörden nämlich auch zu "umfassenderen Restrukturierungsmaßnahmen, die alle Gläubiger betreffen", greifen, heißt es mit Blick auf mögliche Ausfälle. Die ÖVAG verweist indes auf Schuldentilgungsziele.

Wenn die Bank zur Jahresmitte aufgespalten wird, bleiben ihre Anleihen in der Abwicklungsfirma. "Der Spaltungsplan sieht vor, die Verbindlichkeiten der ÖVAG bei Fälligkeit plangemäß zu bedienen", betont die Bank. Dieser Plan werde derzeit geprüft. Ein positives Verkehrswertgutachten sei Voraussetzung für die Genehmigung der Spaltung durch das Firmenbuchgericht.

Volksbanken AG vor
Umwandlung in Bad Bank


Als sich im Vorjahr abzeichnete, dass die ÖVAG den EZB-Stresstest wieder nicht schaffen würde, der Bund aber kein weiteres Geld mehr lockermacht, um den Kapitalmangel zu beheben, wurde die Abwicklung beschlossen. Die jetzige Bank wird bis Mitte 2015 in eine Abbaugesellschaft (Bad Bank) umgewandelt. Die Funktion des Spitzeninstituts soll auf die Volksbank Wien-Baden übergehen.

Seit April 2012, als die ÖVAG akut insolvenzgefährdet war, hält der Staat 43,3 Prozent. Drei Jahre nach der Teilverstaatlichung steht die Bank nun auf Abbau.

Im Dezember hat die Europäische Zentralbank dem künftigen Volksbanken-Verbund eine Kernkapitalquote von 14,6 Prozent vorgegeben, die ab 26. Juli 2015 zu erfüllen ist - dies noch auf Basis der Lage von Ende 2013. Anleihen hat die ÖVAG schon lange nicht mehr emittiert. Für die Anleihegläubiger gab es zuletzt aber immer wieder Informationen als Nachtrag zu den Emissionsprospekten. Und da hat die ÖVAG vorsorglich auf das Risiko aufmerksam gemacht, dass der Volksbanken-Verbund die verlangte höhere Kernkapitalquote möglicherweise nicht erfüllen könne.